Sonntag, 9. Februar 2014

Der Unterschied von E und U... revisited


In einem U-Roman wird eine Geschichte (und ein Thema) erzählt, die ihn bestmöglich unterhalten soll und im besten Fall hilft, dem Leser eine neue, andere Sichtweise auf sich selber und die Gesellschaft, in der er lebt, zu ermöglichen. Ein solcher Text verweist immer zuerst auf sich.

In einem E-Roman wird eine Geschichte erzählt, die im besten Fall bestmöglich unterhält (positiv oder negativ) und die dem Leser ermöglicht eine neue, andere Sichtweise auf sich selber und die Gesellschaft, in der er lebt, zu ermöglichen. Ein solcher Text verweist immer auf sich und auf den Leser und in manchen Fällen steht nicht die erzählte Geschichte, sondern ein Thema im Mittelpunkt, das durch Allegorie oder Übertragung erst erkannt werden muss.

Der Aufbau, das Handwerkszeug und die Sprache, die ein Text verwendet, soll all dies ermöglichen. Somit benötigt jeder Text eine andere Auswahl, um sein Ziel zu erreichen.
Während bei der U-Literatur besonders Techniken wie Identifikation, Spiegelung und Spannungsbögen (und unendlich viel mehr) verwendet werden und die Sprache sich der Geschichte unterordnet, bedient sich die E-Literatur besonders bei Allegorien, Verfremdung und Symbolik (und unendlich viel mehr) und verwendet eine Sprache, die aus der Geschichte hinaus verweist.

Ein U-Roman ist besonders gelungen, wenn der Leser sich kaum wieder aus der Geschichte lösen kann und einige besonders wundervolle Gedanken zu diesem Text und über diesen Text hinaus mitnimmt.

Ein E-Roman ist besonders gelungen, wenn der Leser sich kaum aus der Gedankenwelt des Textes lösen kann und sich seine Sichtweise auf das Thema des Textes deutlich verändert hat und er sich dazu wunderbar dadurch unterhalten, verstört oder vor den Kopf gestoßen (negative Unterhaltung) fühlt.

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