Montag, 29. April 2013

Artikel zum Deutschen Literaturinstitut Leipzig

Heute gibt es in der FAZ einen Artikel von Morton Freidel: "Am Deutschen Literaturinstitu Leipzig. Von einem der auszog, das Schreiben zu lernen". In diesem Artikel beschreibt Freidel, was genau am DLL passiert und beschreibt allerlei zum Bewerbungsverfahren, über Voraussetzungen, über Textarbeit und vieles mehr.

Wer sich dafür interessiert, kann auch einmal folgende Blogsposts durchsehen: Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und Kreatives Schreiben in Hildesheim , Josef Haslinger vom "Deutschen Literaturinstitut Leipzig" über die Schriftstellerausbildung und "Sorge nicht, strebe!".

Freitag, 26. April 2013

Recherchetipp: Löhne und Preise von 1300 bis 2002

Für den Einsteiger und Nährungswerte:

"Löhne und Preise von 1300 bis 2002. Abhängigkeit und Entwicklung über 7 Jahrhunderte." ca 18,00 € von Eike Pies
Als Historiker finde ich es schwierig ein Buch zu empfehlen, dass inkl. Literaturverzeichnis gerade einmal 110 Seiten hat und die Löhne und Preise von 7 Jahrhunderten kurz darstellen möchte. Eike Pies Buch bildet eher einen Einstieg in die Recherche und richtet sich daher eher an Ahnenforscher, als an Historiker.

Wenn man dies als Prämisse akzeptiert, findet man in diesem Buch eine reichhaltige Auswahl von unterschiedlichen Statistiken zu Löhnen und Gehältern ausgewählter Berufsgruppen (grob nach Regionen eingeteilt), einige Dokumente dazu, Übersichten über die Preisentwicklung von Korn, Vergleiche der Kaufkraft und einen kurzen Abriss über den Zeitraum. Dies ist besonders hilfreich um eine Vorstellung zu den Preisen und Werten in einer bestimmten Zeit und Region zu bekommen. Für eine wirkliche Bestimmung von Preisen und Kaufkraft reicht dies jedoch leider nicht oder bedingt ab dem 18 Jh. und seiner guten Quellenlage.

Zur Vertiefung:

Dazu sind folgende Standartwerke zur Numismatik und Lohn und Preisgeschichte geeignet:

Herbert Rittmann "Deutsche Münz- und Geldgeschichte der Neuzeit bis 1914." Solingen 2003 ca 33,60 €
Heinz Voigtländer: "Löhne und Preise in vier Jahrtausenden." Speyer 1994 ca ??
Wolfgang Trapp: "(Kleines) Handbuch der Münzkunde und des Geldwesens in Deutschland." (Stuttgart 1999) das kleine Handbuch 7,99 € und das Handbuch 19,95 €

Für eine bestimmte Region und Zeit:

Um auf die Ergebnisse in einem bestimmten Fürstentum zu kommen, benötigt man aber weitere Quellen. Hier sind die jeweiligen Landesarchive gerne behilflich, aber unter Löhne und Preise findet man so manches Quellenwerk auch über das Netz.

Mittwoch, 24. April 2013

Wozu ein Prolog (und wozu nicht)?

In bestimmten Genres ist es nahezu üblich den eigenen Roman mit einem Prolog zu beginnen- also den eigenen Text letztlich mit einer Einleitung, einem Vorwort oder einer Vorschau zu versehen.

In einigen Texten wird der eigentlichen Handlung ein Ereignis vorgestellt, das nicht in die klassische Chronologie oder Handlungsfolge des Textes passt.
Das mag ein wichtiges/ prägendes Ereignis in der Vorgeschichte einer Figur sein, das später im Text eine Bedeutung bekommt. Vielleicht taucht ein wichtiges Handlungselement/ ein Schurke/ ein Monster bereits früher auf, was für den Roman wichtig ist. Vielleicht möchte der Autor den Lesern seinen Handlungsort besonders ausgiebig und auf eine eigene Weise vorstellen.

In anderen Texten wird eine Passage aus dem Haupttext aus Spannungsgründen als Vorschau vor den eigentlichen Text gestellt. Meistens dann, wenn der Autor mit einem Cliffhanger oder einer Spannungspassage dem Leser etwas verspricht. Dann wird eine Szene aus der Mitte des Romans, vor dem eigentlichen Höhepunkt verwendet, ein wichtiges Geheimnis angekündigt, ein Schurke vorgestellt oder ähnliches. Wirkliche Profis im Bereich Spannung verwenden dazu den MacGuffin (erfunden von Alfred Hitchcock), also ein Ereignis oder ein Geheimnis, das den Spannungsbogen vorantreibt, aber eigentlich nicht wirklich wichtig ist.

In manchen Texten stellt sich der Autor oder der Erzähler in einem Vorwort vor, erklärt oder berichtet über den Roman, manchmal ironisch, manchmal ernst, greift vor und nach und macht noch andere Dinge, die eigentlich nicht besonders wichtig sind- oder eben doch.

Das größte Problem mit einem Prolog ist aber meistens, dass die Verwender einige grundsätzlichen Fehler begeht:


1.  Wenn eine Figur stirbt oder verletzt wird, dann gewinnt das nur eine Bedeutung, wenn der Leser nicht will, dass die Figur verletzt wird oder stirbt. Wenn er sie kennengelernt hat, wenn er insgeheim schon Dinge von der Figur erwartet und erhofft, wenn er die Menschen kennt, die die Figur liebt oder die die Figur lieben. Oder anders gesagt: Wir Menschen leiden mit unseren Freunden oder mit Menschen, deren Schicksal (und deren Freunde) wir kennen, weit mehr, als mit Fremden.

2. Niemand interessiert die Kindheit einer Figur, außer das ist für die spätere Handlung von elementarer Bedeutung.  Elementar bedeutet, dass Batman als Kind ein Erlebnus mit Fledermäusen hatte. Nicht elementar ist die Heldengeschichte: schon in der Wiege erwürgte der Held die Schlangen- außer die Personen spielen später eine Rolle, die für die Schlange verantwortlich sind.

3. Spannungstragend kann z.B. sein, in einer apokalyptischen Welt, wenn der Leser einen Blick auf die heile Welt bekommt. Dies findet alternativ in anderen Texten in den ersten drei Kapiteln statt- und der Prolog deutet vorher die Katastrophe an.
Belanglos sind endlose Vorstellungen einer fantastischen Welt ohne Handlungselemente aus dem Haupttext... denn das gehört in den eigentlichen Roman.

4.  Ein Vorwort ist für die meisten Leser uninteressant, es sei denn, es ist außergewöhnlich, ironisch, witzig.... und leider können nur ein paar Menschen so etwas schreiben. Ich kann es nicht.

5. Ein Prolog sollte immer nur dann in einem Roman verwendet werden, wenn es absolut notwendig ist. (Wer einen zweiten Prolog an den ersten Prolog anhängt, braucht dafür schon ein halbes Dutzend gute Begründungen.

6. Ein Prolog sollte immer so kurz wie möglich sein.... ohne das wichtige auszulassen.

7. Wenn das Vorwort den Erzähler vorstellt, sollte es sich um eine Erzählfigur handeln- also eine fiktive Figur, die ihre oder eine fremde Geschichte erzählt. Das aber bitte auch nur, wenn dies besonders außergewöhnlich, interessant, ironisch.... ist.

8. Für freundliche Worte über Freunde, Verwandte, Lektoren, Verlagsmitarbeiter, Recherchehelfer ist das Nachwort da- das steht weniger plakativ am Ende. Auch die eigenen Ergüsse zur Themenwahl finden dort ihren Platz und vieles mehr.

9. Für mich hat sich eine Einschätzung als ideal erwiesen: ein Prolog ist dann wichtig, wenn er drei Dinge aus der folgenden Auswahl in den Text bringt:
Ein Hinweis auf den weiteren Verlauf des Textes/ Cliffhänger, etwas Besonderes über eine wichtige Figur (Charakterisierung einer Figur oder einer Figurenbeziehung), ein zentrales Ereignis oder den MacGuffin (das später Bedeutung im Text gewinnt), die Vorstellung der Erzählfigur, eine besondere Atmosphäre (des Textes, des Handlungsortes,...), eine spannungstragende Vorstellung der Welt,...