Montag, 16. Januar 2012

Gedankendünger

Bisher habe ich meine Geschichten auf den leeren Seiten einer Geschichte ausgesäht und bin meinem ersten Satz und einigen Ideen gefolgt. Nur leider war es dann bei Langtexten so, dass irgendwann die Figuren eine ganz eigene Geschichte erzählt haben und diese mit einem klassischen Spannungsaufbau/ irgend einem Spannungsaufbau nicht mehr viel zu tun hatte.
Nun, ich hatte in den letzten Monaten wenig Zeit um zu schreiben- wenig Freiheit der Gedanken- aber genug Augenblicke, um eine Geschichte langsam reifen zu lassen... die eigentlich in den Grundzügen schon lange da ist, aber noch ein wenig grün ist.
Witzigerweise überlege ich nicht mehr, was das alles mit mir zu tun hat... was daraus werden könnte. Sondern entwerfe schon mal Hintergründe, Wissenswertes und die Figuren. Und werde morgen plotten, wenn ich die Entscheidung getroffen habe, welche Spannungshandlung am Besten meinen Figuren / den wichtigsten Romanelementen hilft- und die richtigen Dinge herausstellt. Im Prinzip habe ich schon längst eine Vorstellung, wie das funktionieren könnte... nur will ich noch einmal alles neu durchdenken.

Dienstag, 10. Januar 2012

Altenpflege für den Hund

Unser Großer hat inzwischen das (für seine Rasse) biblische Alter von 15 Jahren erreicht, dank 23 Stunden Schlaf täglich von klein auf. Seit er im letzten Jahr, der alte Tollpatsch, beim Pinkeln abgeschmiert ist, ist der Meniskus hin. Ein Reißzahn ist dauerhaft vereitert und er muss täglich seine Penicillintablette bekommen, natürlich schön "verpackt" in eine Wurst. Die angedachten OP`s können leider nicht stattfinden, weil der Hund die Narkose in seinem Alter nicht mehr verträgt. Ein wenig dement ist der Hund auch... er steckt manchmal minutenlang vor der Balkontür und weiß nicht, ob er rausmuss oder nicht (oder ob er schon war). Das hört sich nach Leidenszeit an... denn die früher wacker gehaltenen 17 Stunden ohne zu pinkeln, schafft er auch nicht mehr. Inzwischen muss man auch mal während der Nacht raus... Und auch die Hundehütte riecht ziemlich streng nach Schweißfüssen.

Der Große unter Decken... wie er es mag.


Also gibt es ein wenig Altenpflege: regelmäßige Sitzungen vor dem warmen Ofen oder der Gasheitzung, ein kuscheliges Heidschnuckenfell, regelmäßige Massagen und zwei Bockwürste am Tag für die Tabletten, gelegentliches Spazierengehen, wenn man gut drauf ist...
Aber immer noch wird die Bockwurst gut gekaut, weil es ja mehr Wurst gibt, wenn man die Pille immer wieder ausspuckt. Wenn die Bockwurst etwas später kommt, gibt es ein langes wehleidiges Angestarre. Und wenn der Herr Hund irgendwie will, neigt er zur Beschleunigung (und dem gnadenlosen Überlaufen von allen Gegenständen, die im Weg sind). Und bei Hundemädchen kann man auch noch toben, rumspringen und spielen. Und bei Regen kann man immer noch mal schlafen gehen, zwei extra Stunden, falls es dann nicht mehr regnet.

Es geht ihm also immer noch gut, sagt die Tierärztin, sagen wir. Wie ein fünfjähriger, sagt die Tierärztin (bis auf leichte Gedankenverlorenheit und Meniskus). Nur das Alter ist ganz schön lästig, vor allem beim Schlafen. Schmerzen hat er keine und die Demenz könnte auch nur Sturheit sein- schließlich ist der Hund bei Regen besonders Dement, wenn es ums pinkeln geht.

Sonntag, 8. Januar 2012

Goliath

Als wir Goliath bekamen, war das arme Ding ganz zerrupft und zerhackt, von Enten, einem ziemlich verliebten Hahn und anderen Hühnern; krank war es auch, etwas mit der Lunge. Nun, nachdem unsere Zwerghühner es dann auch bei uns noch vertrimmt haben, dachten wir, dass das große Huhn es wohl nicht schaffen würde.
Den Namen Goliath (alt. Huhnzilla) bekam das Huhn für eine Eigenheit: Wenn es Futter gab, rannte das Huhn immer über quer am Zaun entlang und dabei über alle Zwerghühner drüber. Und wurde dann von einem Zwerghuhn dafür mit Kungfu-tritten verdroschen.

Drei Wochen später war Goliath der Chef im Ring- nicht ganz so schwierig, wenn man fast doppelt so schwer wie alle anderen ist. Seitdem klopfte es an der Scheibe, wenn wir mit dem Futter nicht rechtzeitig nachkamen und "aus Versehen" wurden Blumenpötte abgeräumt. Das Huhn vertrimmte den kleinen Hund und trieb ihn in die Ecke. Es versuchte mit dem großen Hund ins Haus zu kommen, weil Trockenfutter für Hunde offensichtlich noch viel besser als Mais ist. Es guckte und war handzahm, und kam manchmal im Sommer ans Bett, um uns vorsichtig zu wecken... ich sage nur Futter (und Hundefutter).
Das es als Kampfhuhn dafür sorgte, dass sich niemand den Zwerghühner näherte... geschenkt. Das es unser Punky (Federn nach oben "gelockt") immer auf Streifzüge mitnahm und trotz gestutzter Federn fliegen konnte,... Magie. Das es die Eier überall im Garten versteckt hat... Naja.

Nur bekamen wir trotz aller Versuche das Röcheln nicht weg. Gestern Abend ist Goliath verstorben. Natürlich wird Goliath beerdigt.... was sonst. War ja auch nur ein Mensch, Huhn meine ich.