Freitag, 25. November 2011

Über den übersinnlichen Krimi

Da ich gerade ein paar dieser Romane gelesen habe...
Wer sich mit dem Schreiben von Büchern beschäftigt, wird man immer wieder auf kluge Sätze stoßen. Einer dieser klugen Sätze ist, dass es im Krimi gar nicht wirklich um den Kriminalfall geht. Es geht in einem Krimi um die Wiederherstellung der Ordnung, nachdem diese durch den Fall aus den Angeln gehoben wurde.
In den Besprechungen von den Vampirromanen wie Stephanie Meyers "Twilight"-Roman und vielen anderen, wird immer wieder, siehe auch die Besprechungen zu der amerikanischen "Zombieserie" "The walking dead", hervorgehoben, dass es nicht um die Wesenheiten geht, die im Fokus der Geschichte zu stehen scheinen. Eigentlich ginge es um die Beziehung zwischen den Menschen, um den Umgang miteinander. Natürlich geht es auch um C.G.Jungs Theorie über den Schatten, um das  Victorianische Zeitalter (und bestimmte Vorstellungen zur Sexualität), um Blut und seine Symbolik, um Monster und vieles mehr. Bei übersinnlichen Krimis ist die Ordnung meist schon durch die Grundsituation gestört- und innerhalb der gestörten Ordnung lauert eine Bedrohung, die die Ordnung auf Dauer stören kann. Diese Bedrohung ist der Mittelpunkt der Geschichte. Die Beziehung der Figuren zueinander und zu sich selber bildet die Bedrohung ab- und dabei spielen interessanterweise die Narben und die Gewalt den Beleg für die Stärke der Gefahr. Dabei scheinen die Figuren im Sinne der Hauptfiguren immer auf eine besondere Weise beschädigt zu sein und letztlich trotzdem gerade deshalb besonders geeignet die Ordnung zu vertreten.
Wer Charlaine Harris gelesen hat, bzw. in die deutlich bessere Serie "True Blood" einmal angesehen hat, kann sich eine Vorstellung machen, wie das gemeint ist. Obwohl die Figuren immer selber Teil der Monster sind, vertreten sie die Ordnung. Meist sind sie selber von den Monstern sowohl fasziniert wie abgestoßen, wobei zwischen dem Kriminalfall und dem Privaten getrennt ist- was leider auch dazu führt, dass viele Figuren sich in Vampire etc. verlieben. Was übrigens im gewissen Rahmen die Vielfältigkeit der Monster betont und sie gleichzeitig verniedlicht.
Aber ich habe keine Zeit alle meine Gedanken durchzudenken, weil ich gleich arbeiten muss...