Freitag, 4. November 2011

Eine moderne Erzählweise

Gerade habe ich mal wieder auf dem Weg zur Arbeit viel Zeit, um meine Lieblingsbücher wieder einmal neu zu entdecken. Und gerade bei den Büchern, die einem besonders am Herzen liegen, kann man so einiges über sich als Autor lernen.
Bei IVa Ibbotsen gibt es eine Menge über die Erzählstimme zu lernen, die bei ihr immer einen bestimmten Beiklang verwendet und obwohl scheinbar objektiv, immer wieder Dinge sehr kritisch und mit englischer Ironie betrachtet- wenn auch nicht bei den positiven Hauptfiguren. Bei Rebekka Gable kann man eine Menge über bestimmte Plotelemente lernen, die eigentlich immer funktionieren, wenn man es zulässt- ich verweise hier mal wieder auf den Masterplot von Ken Follett: Zwei Verwandte steigen auf, der eine auf rechtschaffendem Weg (mit vielen Hindernissen aus der eigenen Familie), der andere mit viel Hilfe, Intrigen und Glück, beide verlieben sich in die gleiche Frau, der Antagonist bekommt sie, in einer Leidenszeit muss sich der eine bewähren, während der andere schneller aufsteigt und ihm immer neue Steine in den Weg legt,...
Und seit einigen Jahren (und dem Sender HBO) gibt es auch das multiperspektivische Erzählen (o.k., Brad Easton Ellis kommt wohl vorher), indem manche Geschehnisse aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt werden und so der Leser sich wirklich ein eigenes Bild machen kann/ bzw, das Bild des Leser so hinterfragt wird.
Nun, gerade bei vielen Neuentdeckungen der letzten Jahre habe ich immer wieder dieses Erzählen gefunden, dass die Charaktere eines Romans jeweils eine eigene Dimension ihrer Geschichte gibt, eine Möglichkeit sich selber darzustellen und die Chance, jeden Charakter selber zu erleben- und kann eigentlich nicht anders, als von meiner Ich-Perspektive zu wechseln. Denn wechselnde Ich-Perspektiven sind doch recht anstrengend und ich möchte noch eine Erzählfigur unterbringen.