Freitag, 30. Juli 2010

Plotten, zweiter Teil...

In meinen Geschichten lösen sich die meisten Probleme, wenn ich konkreter werde. Also habe ich einfach angefangen aus den ursprünglichen Punkten nach und nach ein Treadment zu entwickeln, mit einer geplanten Länge von knapp 25 Seiten. Ziel ist es die Grundidee und den Plot zu fassen, wichtige Motive direkt einzusetzen und zentrale Entwicklungen einzubauen und dies alles mit den Figuren zu verbinden.
Ich habe die ersten drei Kapitel geplottet und dabei als erstes meine ursprüngliche Planung zu den Nebenfiguren um meine Hauptfigur herum umzuwerfen. Denn hier habe ich um meine Ermittlerin bisher nur eine wichtige Figur positioniet, ich brauche aber ein komplettes Team. Wichtig ist darüber hinaus für das Plotten einige Entscheidungen zur Welt zu treffen: Wie leben die Menschen und die "Übersinnlichen" zusammen und welches Umfeld entsteht dadurch. Von alternativer Geschichtsschreibung einmal ganz abgesehen.
Insgesamt läuft das alles viel leichter als erwartet, auch wenn ich inzwischen knapp 40 Stunden in das Plotten gesteckt habe. Aber wichtige Fragen sind noch nicht gelöst und so viel liegt im Dunkeln. Wie z.B. ob ich diesen Roman wirklich schreiben kann.

Vom Wahnsinn des Plottens

Einen Roman zu plotten liegt mir einfach nicht. Beim letzten Versuch vor einigen Jahren habe ich den Roman auf knapp 30 Seiten bis in alle möglichen und unmöglichen Details geplant und dann interessante Szenen geschrieben. Nach und nach habe ich dann allerlei weitere Leerstellen gefüllt, bis ich dann festgestellt habe, dass ich gar keine Lust hatte, diesen Roman wirklich zu schreiben: Schließlich wusste ich ja schon, wie er ausgeht.... (Und nein, die Geschichte war wirklich spannend). Nun, inzwischen sind einige Jahren vergangen und ich glaube immer noch, dass er mir nicht liegt einen Roman zu plotten. Aber gleichzeitig habe ich ein wirkliches Problem damit eine Geschichte zu schreiben, die deutlich über 100 Seiten lang ist. Also habe ich mit meinem Autorenpartner vereinbart eine Geschichte zu plotten und mich dann trotz aller Befürchtungen an die Niederschrift zu machen.


Nun, die erste Erfahrung mit dem Plotten meines Genreromans aus dem Bereich "Übersinnlicher Thriller" sind ziemlich zwiespältig. Zuerst habe ich ein Grundthema gewählt, dass letztlich den atmosphärischen Hintergrund des Romans bildet und immer wieder als Subtext des Romans erscheint. Dieses Grundthema führt dazu, dass der gesamte Roman eine bestimmte Richtung bekommt. Dann habe ich zu den Hauptfiguren ergänzende Figuren gesetzt, die einerseits in der laufenden Handlung zur Charakterisierung der Hauptfiguren/ Handlung  dienen und andererseits das Grundproblem aufnehmen.  Als Grundbasis für meinen "Übersinnlichen Thriller" brauche ich natürlich das Thriller-Schema, wenn ich letztlich auch dieses Schema deutlich erweitern muss, um überhaupt eine Geschichte schreiben zu können. Ein reinen Thrillerplot finde ich einfach uninteressant.Ich habe den Thrillerplot mit einigen Details erweitert, das Grundthema eingepflegt und die Reaktion der Figuren darauf eingebaut und um eine Nebenhandlung zum Grundthema erweitert. Insgesamt eine Liste mit knapp 25 wichtigen Elementen für die Geschichte, die eine Art Rohkonzept bilden.

Leider konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt keine Entscheidung treffen, wer als "Mörder" in meinem Roman auftreten wird, weil ich viele gute Ideen hatte, aber keine zündende. Zudem musste ich einige wichtige Entscheidungen treffen, wie ich die "Welt" meines "Übersinnlichen Thrillers" gestalte- denn wie sieht eine Welt aus, in der meine Handlung ablaufen kann. Auch hier bin ich hier letztlich nicht zum Abschluss gekommen. Für einen Roman in meiner Art fehlt aber noch ein wichtiges Grundelement der Geschichte: Offenbar kann man keine Genre-Geschichte mit einer weiblichen Hauptfigur ohne eine Liebesgeschichte verfassen. Und ganz ehrlich: Ich habe unendlich viele Gedanken bereits in diesen Bereich meiner Geschichte verteilt und dabei immer wieder alte Ideen verworfen und neue ausprobiert.


 

Mittwoch, 28. Juli 2010

Lispeln, Schmatzen und sich Scheiße fühlen

Manche Erfahrungen muss man einfach selber machen oder zumindest dabei zu sein.
Ein älterer Autofahrer über 80 wurde auf der Autobahn von einem Mann verfolgt, der ihm auch nach der Ausfahrt von der Autobahn folgte und ihm Signale mit Blinker und Lichthupe gab. Das er mit Tempo 60 (wegen eines Motorschadens) über die Autobahn fuhr und immer wieder auf den Standstreifen auswich, konnte nicht der Grund sein.
Als er dann anhielt, wollte dieser Mann in Jeans und T-Shirt, ihm seinen Dienstausweis als Polizist zeigen. Aber was nicht sein kann, kann nicht sein. Der ältere Herr weigerte sich seinen Ausweis oder die Fahrzeugpapiere zu zeigen und versuchte einfach weiter zu fahren. Schließlich kann so ein Beamter nicht aussehen, oder?
Und weil der Polizist ihn nicht fahren lassen wollte, wurde er laut, sehr laut, bis dann ein Streifenwagen erschien. Nun  dann folgte das, was immer folgt: Lautstarke Erklärungen, den Vorschlag einen Preis für rücksichtsvolles Fahren (wegen des Ausweichens auf den Standstreifen) zu bekommen und Beschwerden über Ton und Kleidung des Polizisten. Einsicht folgte nur in ganz kleinem Maße....
Ein "jüngerer" Autor uber 30 hatte einen Termin bei einer Kieferchirurgin, bei dem eine Narkose und eine kleine OP zu erwarten war. Er zitterte ein wenig, weil die letzten Male die Narkose wegen einer Entzündung dort nicht so funktioniert hat- und Zahnschmerzen so richtig Scheiße sind. Nun lispelt er (wegen einer Zahnschiene), schmatzt (dito), sieht aus als hätte er sich ewig nicht die Zähne geputzt (doppeldito) und leidet ganz fürchterlich. Nicht, weil da noch Schmerzen sind, sondern einfach weil es drückt, schmatzt und gewisse Laute sehr eigentümlich wirken.
Viel schlimmer ist aber etwas anderes: Wer ein Projekt hat, der muss an seinem Projekt arbeiten. Deshalb sitze ich nun seit Tagen an einer langen Liste und vielen Texten, die erklären sollen, wie man einen Thriller schreibt und was das Schema F ist. Dazu Listen über alternative Geschichtsschreibung, Bücher über mein Thema, ein paar Beispielbücher, ein paar Konzepte für die Figurengestaltung. Und irgendwie ist das noch viel schlimmer als Zahnschmerzen und ich komme mir wie 80 vor und vor mir steht auch ein Storypolizist.... Jetzt habe ich volles Verständnis.

Dienstag, 20. Juli 2010

Ein Experiment....

Erst heute habe ich die eine Rückmeldung für mein Manuskript bekommen, und irgendwie habe ich diese Art der Rückmeldungen auch erwartet- schließlich habe ich ordentlich an meinem Text gearbeitet. Aber dann hat ist das Gespräch in eine ungeheuer reizvolle Richtung gekippt- ich habe meinen Autorenpartner gebeten mir mal beim plotten einer Geschichte zu helfen: ja genau, ich werde es mal wieder versuchen. Ich werde ein Exposee schreiben, dann ein Treatment auf Szenenbasis und werde genau das (und nicht mehr) nach und nach ausfüllen- oder es zumindest versuchen. Als Zeit habe ich mir eine Frist von einem Monat gesetzt, um es ernsthaft zu versuchen.

Denn eine der Erfahrungen mit meinem Manuskript ist, dass ich es sehr langsam entwickele und immer wieder von diesem Manuskript eine Pause brauche- gerade weil ich mal wieder rein intuitiv schreibe. Und da es mit der Zukunft gerade etwas unsicher aussieht, werde ich mich in dem geplotteten Buch an einem Brotbuch versuchen, auf Plotbasis und nach klarer Spannungsbogen. Das Thema fasziniert mich aber schon länger.

Interessanterweise habe ich heute beim plotten (mit einer lieben Fragerin) schon einiges über den Roman rausgefunden, was eine gewisse Ähnlichkeit mit Prämisse und Grundthema hat, wenn auch auf eine etwas eigenwillige Art. Ich bin gespannt.

Sonntag, 18. Juli 2010

Eskapismus und Romane

Immer wieder taucht der "Eskapismus" als Vorwurf auf, wenn jemand sich mit Romane, mit Filmen oder anderen Dingen beschäftigt. Das Lesen (wie "Filme ansehen" und anderes generell "weltabgewandt" ist, halte ich übrigens für falsch. Denn einen Schritt zurückzutreten, und die Welt durch die Augen eines anderen neu zu entdecken, halte ich für eine besondere Form der Weltzugewandtheit. Dabei ist es übrigens völlig egal, welche Bücher man liest. Denn die Menschen beschäftigen sich in Filmen und Romane als Leser und Autoren immer wieder mit den Themen, die sie (und viele andere) in ihrem Leben beschäftigen- nur auf eine andere Art und in recht unterschiedlichen "tiefen" der Beschäftigung.

Freitag, 16. Juli 2010

Irgendwie gibt es solche Tage....

An manchen Tagen scheint einfach alles schief zu laufen. Um drei Uhr morgens wurde ich wach, weil mich zwei Mücken gestochen hatten, ich mich im Schlaf gekratzt hatte, eine allergische Reaktion entstand, ich im Schlaf den Juckreiz nicht mehr stoppen konnte- und ich dann zwei Stunden mit Cortison und Ceterizin verbracht habe, um dem Juckreiz abklingen zu lassen.
Um 9.00 Uhr war ich beim Zahnarzt, um die Fäden der OP ziehen zu lassen. Leider wurde erst ein Abdruck gemacht und da war es nicht mehr nötig einen Teil der Fäden ziehen lassen zu müssen: Autsch. Dann Mittags einen verunglückten Imbiss gegessen: Neuerdings ist Jägersauce Zigeunersauce mit Pilzen- was da die armen Jäger und Zigeuner dazu sagen?? Dann geschlafen, mit starken Kopfschmerzen aufgewacht. Vielen Dank liebes Ceterizin.
Gearbeitet. Da gab es dann auch Probleme.
Zu Hause dann die Mitteilung gefunden, dass es mit meiner Zukunft noch einige Wochen weiter in der Schwebe bleibt...... Das Leben ist Scheiße, oder??

Donnerstag, 1. Juli 2010

Mauern und so

Manchmal muss man einfach einen Schritt zurück machen, wenn man vor einer Wand steht. Manchmal aber auch nicht.

Gerade stehe ich mal wieder vor einer solchen Mauer und staune über die Geschwindigkeit, mit der der Lehm aus dem Boden auftaucht und durch die Umstände gebrannt wird, bevor die fiesen Dinger sich auch noch zu einer Mauer zusammenrotten. Vor Jahren hätte ich vermutlich beim Anblick der Mauer erst einmal eine Pause gebraucht, heute klopfe ich erst einmal die Mauer ab, ob die auch wirklich da ist und ob die Steine wirklich alle so massiv sind, wie sie scheinen.
Und ganz ehrlich: Ich kriege es irgendwie hin. Nur manchmal ist der Anblick atemberaubend, vor allem, wenn man mit der Nase im Steinmörtel hängt. Und was da gerade alles zusammen kommt, ist ebenfalls atemberaubend. So wenig Zeit und so viele Steine. Jetzt hole ich aber erst mal die Axt... und schlage mir mal ein wenig Mauer um die Ohren