Donnerstag, 24. Dezember 2009

Der Enkelhund

Weihnachtsgrüße sind auf Ihre Art immer ein wenig befremdlich, mit Lichterketten, seltsamen Mützen und dieser Vortäuschung von diesem "Weihnachts-Zimt-Glühwein-familiäre Seligkeit-Gefühl", dass ja angeblich zu Weihnachten gehört.
Von Zwischenlebenblog

Nun, das hier abgebildete Photomodell musste mit Fleischwurst bestochen werden, damit nicht alle Bilder so aussahen. Denn das Photomodell hatte eigentlich wenig Lust so "medizinisch-fotografisch untersucht" zu werden.

Von Zwischenlebenblog

Irgendwie sagt dieses Photo unheimlich viel über Weihnachten aus. Gezwungener Frohsinn, Bestechung, damit das Bild stimmt. Armer Hund. Aber die Fleischwurst und die viele Aufmerksamkeit, der Familienkrach und das Beisammensein, die Gedanken an die Gegangenen dieses und der letzten Jahre, das Gefühl "wir-halten-zusammen", vielleicht ist es nicht dieses Weihnachtsgefühl. Aber es ist ehrlicher und besser- wenn auch nicht so ungetrübt.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Verlage und die Krise

Heute findet sich im Börsenblatt ein Ausblick auf "Konditionen 2010: Hinter dem Horizont". Es geht um die Rabattschlacht zwischen den Verlagen und den Buchhandelsriesen Amazon, Thalia und Weltbild, um den Niedergang der Midlist, die unbekannten Autoren, die Kleinbuchhändler nun bekannt machen sollen, und die Retter der Backlist: Amazon.
Für die Autoren findet man natürlich im Börsenblatt wenig. Nicht verwunderlich, ehrlich gesagt. Welcher Bauer befragt schon die Kuh, wenn er die Milch verkaufen will....

Montag, 14. Dezember 2009

Geistig uneingezogen

Seit meinem Umzug im Juli habe ich ein Arbeitszimmer. Das ist immer noch ein wenig unaufgeräumt, weil gerade ein großer Schwung Bücher hinzugekommen ist. Gleichzeitig fehlt noch ein wenig das Chaos, das dort eigentlich herrschen müsste, wenn ich dort arbeite. Aufgeschlagene Bücher, ungeordnete Zettellandschaften, Bilder an den Wänden, eine kleine Wand mit allerlei Informationen, etc. Denn irgendwie bin ich geistig dort noch nicht eingezogen.
Ich habe mein kleines Nebenprojekt, an dem ich gerade sporadisch arbeite. Was nichts anderes heißt, als dass mal eine Spore kommt, und die dünne Textbasis und die guten Ideen ergänzt. Denn es ist halt nur ein Nebenprojekt, weil ich es anders nicht schreiben kann.
Ich habe den Plan noch einige Kurzgeschichten in diesem Jahr zu schreiben, wenn ich genug Raum in meinen Gedanken habe. Und ich suche gerade nach dem Thema für ein Hauptprojekt, eine Figur, weil ich genau weiß, dass es und sie dort draußen auf mich warten.
Ich bin mir nicht ganz sicher, warum es so ist, aber ich kann die Geschichte noch nicht greifen, obwohl sie immer um mich herum ist. Weil aus dem Chaos noch eine Ordnung werden muss, um eine Figur und ein Thema herum, bevor sich weitere Themen um die Figur und die weiteren Figuren finden.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Die Didaktik des literarischen Schreibens (8.Teil)

Literarische Texte unterscheiden sich von nicht literarischen Texten nicht mehr durch einfache Kriterien wie Trivialität oder ähnliches. Sie unterscheiden sich von anderen Texten, indem sie nicht auf einfache Lösungen zurückgreifen, sondern selber komplexe Themen als Fragestellung aufnehmen und diese über den Verlauf des Textes auf unterschiedliche Weise angehen. Nicht literarische Texte sind in der Erstellung komplexe Probleme, an sich sind sie jedoch eben nicht komplex, weil sie immer wieder unterschiedliche Fragestellungen entweder eindeutig beantworten oder Probleme in ihrer Komplexität reduzieren, um sie dann lösen zu können.

Somit ergibt sich aus dem kurzen, theoretischen Überblick, dass sowohl die Texterstellung und der literarische Texte komplexe Probleme sind und dementsprechend in einer Didaktik behandelt werden müssen. Komplexe Probleme bestehen nun selbst wieder aus unterschiedlichen Problemen, die durchaus selber wieder mehr oder minder komplex sein können. Diese Probleme sind ebenfalls (zumindest zum Teil) Teil des Untersuchungsgegenstandes. Deshalb ist es notwendig verschiedene Ebenen innerhalb der Probleme aufzustellen, die in ihrer Komplexität unterschiedliche gestaltet sind, gleichsam aber untereinander einwirken.

1. Ebene: Literarisches Schreiben und die Fragestellung im literarischen Text
2. Ebene: Mensch, Autor, Hauptfigur(en)/ komplexe Themen,
3. Ebene: ....., "Bauchschreiber"/Planer (Zugang des Autors); Handwerk des Autors; sensorischer Zugang des Autors...
4. Ebene....

Ziel dieser Didaktik ist es einen Teil der Wechselwirkungen offenzulegen, Verbindungen und Trennungen sichtbar zu machen und den Autoren Konzepte und Mittel an die Hand zu geben, um ihr Schreiben besser verstehen zu können- bzw. über die Konzepte und Mittel zu einem Erkenntnisgewinn und Entwicklungspotential zu gelangen.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Die Didaktik des literarischen Schreibens (7. Teil)

Theoretische Einleitung:


Die Idee dieser Didaktik ist es nicht konkrete Schritte für das Schreiben literarischer Texte zu entwerfen, sondern das Schreiben literarischer Prozesse in seiner Prozesshaftigkeit zu verstehen und die komplexe Vorgehensweise bei der Erstellung literarischer Texte zu be- und auszuleuchten. Dabei ist die grundlegende Prämisse, dass literarische Texte komplexe Probleme sind. Komplexe Probleme bestehen aus einer ganzen Reihe von Entwicklungen, von Entscheidungen, von Auswahlmöglichkeiten, von Wegen und Zielen, von Ideen, Ansätzen und sind situativ, persönlich, sujektiv, objektiv und prozesshaft. Deshalb können komplexe Probleme auch nicht mit normalen Lösungsstrategien bewältigt werden- während gleichzeitig die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, 10 goldenen Regeln, Mentoren und ähnlichem steigt.

Im nächsten Schritt folgt die Erkenntnis, dass ein komplexes Problem über eine Didaktik zu erfassen, immer nur eine Annäherung sein kann und das diese Annäherung letztlich immer das Scheitern an der eigenen Aufgabenstellung beinhält. Das bedeutet nicht, dass es sinnlos ist sich so dem Schreiben anzunähern. Es bedeutet nur, dass es letztlich in der Didaktik wie auch in den komplexen Problem des literarischen Schreibens keine Lösungen geben wird.... sondern nur eine Hilfestellung für Autoren, sich mit ihrem komplexen Problem zu beschäftigen.

Wenn nun das literarische Schreiben das komplexe Problem ist, so wird auch das literarische Schreiben der Ausgangspunkt aller Ansätze sein müssen und es wird sehr viele möglichen hineinspielende Faktoren, Personen, Situationen, Gefühle, Fähigkeiten, Talente und Entscheidungen geben. Dies zu untersuchen wird Aufgabe dieser Didaktik sein.