Montag, 31. August 2009

Seltsame Entscheidungen

Manche Menschen haben eine etwas eigenwillige Phantasie. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum manche der manchen beginnen in ihren Gedanken eigene Geschichten zu finden, die diesen Gedankengängen folgen. Und einige der manchen manchen beginnen dann diese Geschichten aufzuschreiben.
Gerade habe ich meine Phantasie in Gang geworfen und die ersten Seiten an meinem Text geschrieben: Und meine Gedankengänge laufen wieder auf seltsamen Wegen. Das beginnt schon mit bestimmten Details, die eigentlich in allen meinen Texten auftauchen und für ziemlich viel Atmosphäre sorgen und viel Verwirrung. Denn im eigentlichen Sinne haben sie nur wenig mit der Geschichte zu tun, runden sie aber gleichzeitig ab.
Das beginnt mit der besonderen Farbe von Jogginganzügen, die sich immer mal wieder in einer Szene in anderen Bedeutungen spiegelt. Oder in einem Hund, der einen Realitätsbezug hineinbringt, oder in einem Trimmdich-Pfad, der eine wichtige Rolle in meiner Geschichte spielt.
Eine andere Sache sind natürlich die handlungsbezogenen Details, die ich gerade wieder reichlich sammele. Also Kleinigkeiten, die einerseits interessant für die Handlung sind, ohne direkt dazu zu gehören, und andererseits eben den "Realitätsbezug" innerhalb der Fiktion darstellen. Und da wird die Welt also ein wenig für das Einfallstor des Phantastischen geöffnet.
Und natürlich entwickele ich gerade eine Geschichte, die aus zwei Haupt- und mehreren Nebenperspektiven erzählt wird, die alle ihre besonderen Eigenheiten haben sollen, ihre Geschichte, ihre Weise die Dinge zu sehen. Und die unbedingt ihre eigene Stimme brauchen und vieles mehr. Und ja, eine eigene Geschichte kriegen die auch alle.
Oder anders gesagt: Was für ein Spaß

Sonntag, 30. August 2009

Ein Raum für Sich-Selbst-Sein

Ein Arbeitszimmer muss in einem kleinen Haushalt jeden Tag wieder neu erobert werden. Weshalb ich auch Unmengen von Schränken, Büchern, Literaturzeitschriften, Tinnef und Unterlagen auf den wenigen Quadratmetern verteilt habe- schließlich soll es auf eine seltsame Art gemütlich sein.
Aber in den letzten Tagen und Wochen habe ich Zement und Gips angerührt und verarbeitet, diverse Löcher gebohrt und Dinge festgemacht, Schränke aufgebaut, Fliesen geschnitten, geklebt und verfugt, tapeziert und gemalt, einen Umzug gemacht und Hundert anderer Tätigkeiten ausgeübt. Und irgendwie wartet noch ein BD auf kleine Restarbeiten und eine Küche.
Deshalb habe ich mein Arbeitszimmer irgendwie noch nicht wirklich erobert. Es ist noch nicht ein Zimmer eines Schriftstellers, in dem er schreibt. Denn noch stehen meine Bilder im Keller und Wohnzimmer, meine "Hall-of-Fame" und "Hall-of-Shame" sind noch nicht angebracht, genau wie ein paar andere Gedingsel. Aber vor allem habe ich halt nur die ersten Worte hier geschrieben, ein wenig Blog und Internet.
Schriftsteller fällt es schwerer als anderen Menschen zu schreiben. Aber Schriftsteller ist man nur, wenn man Schrift stellt, wenn man schreibt, Worte und Welten formt, Sprache verwandelt und dabei eine Geschichte erzählt. Zudem behaupten viele Menschen auch zu Recht, dass ein Schriftsteller einen Arbeitsnachweis wie Veröffentlichungen oder Stipendien braucht.
Es ist also auch im Arbeitszimmer viel zu tun...

Mittwoch, 26. August 2009

Das Einrenken der Schreibblockade

Weil ich der bin, der ich bin, habe ich mich in den letzten Tagen immer wieder sinnlos mit allerlei anderem Kram von der Arbeit abgelenkt. Denn auch wenn ich meinen inneren Schweinehund weitgehend gezähmt habe, manchmal kommt er dann doch wieder aus seinem Gatter frei und blockiert mein Arbeitszimmer, zumindest wenn es um Arbeit geht. Er liegt dann faul vor dem Zimmer, gähnt und schnauft, irgendwie wie mein Lieblingshund. Mein Schweinehund sieht mich dann an und will unbedingt bespielt werden, mit allem außer Arbeit. Bully weicht ab 21.00 Uhr nicht mehr von meiner Seite, weil er weiß, dass wir gleich spazieren gehen werden. Und dann weint, wenn ich aufs Klos gehe, in mein Büro oder sonst wo hin. Obwohl ich immer erst gegen 23.00 Uhr die Leine schwinge, den Leckerlibeutel umschnalle und mit ihm ausgehe. Mit der Zeit hält er es halt wie der Schweinehund, ich soll mein Leben halt nach Bullizeit einrichten. Und beide zusammen habe ich mich an der Arbeit hindern lassen. Der Wille ist schon schwierig
Also war ich heute beim Arzt. Denn wenn der eigene Wille nicht ausreicht, braucht man manchmal Hilfe. Also habe ich im Wartezimmer auf die ärztliche Untersuchung gewartet und gearbeitet. Natürlich unter seltsamen Blicken, denn wenn jemand beim Arzt arbeitet, dann grinsen sich die meisten Menschen einen. Das ich am Ende gegangen bin, von meiner Schreibblockade geheilt, ist sicherlich auch etwas seltsam. Denn normalerweise hilft ein Arzt nicht bei Willensschwäche. Aber ich war auch nicht beim Arzt. Ich habe nur gewartet- kein Internet, kein Fernseher, keine Bücher und auch sonst keine Ablehnung. Das war meine Medizin.

Sonntag, 23. August 2009

Peter von Matt über das Romanende

Der Schweizer Germanist Peter von Matt hat in "Mein Stil" in der NZZ den Artikel "Der sicher gestandene Abgang" über die letzten Zeilen und Seiten des Romans veröffentlicht. Das Ende des Romans, der "Abgang", kann, so Peter von Matt, den Blickwinkel auf den gesamten Text verändern, je nachdem ob der Abschlusssalto gestanden, gewackelt oder gestürzt wird. Denn natürlich bleiben die letzten Seiten eines Textes besonders in unserer Erinnerung,. wenn sich die Fäden und Knoten einer Geschichte auflösen und wir dann unser Urteil über den Text fällen. Anschaulich mit ein paar interessanten Beispielen.

Muss Kunst subversiv sein?

In der Zeit gibt es gerade eine Artikelserie über die Subversivität in der Kunst: "Zukunft der Kunst. Was ist heute noch subversiv" und "Zukunft der Literatur. Der Kaiser ist nackt". Dabei formuliert die Zeit so manches über die subversive Literatur in den 70er Jahrrn in der DDR oder in dem anderen Artikel über den Versuch junger Künstler um jeden Preis subversiv zu sein. Subversivität als Leitidee der Kunst ist sicherlich eine Überlegung wert, aber nur eine kurze.
In einer Gesellschaft, in der es eine vorgeschriebene Richtung gibt, ist jede Abweichung davon subversiv. Beim sozialistischen Realismus musste sich Subversivität darin äußern im Prinzip diesen sozialistischen Realismus zu folgen, um überhaupt veröffentlicht zu werden, und gleichzeitig für die Zielgruppe der Subversion möglichst klar Kritik zu äußern, wobei viel Kritik kodiert geäußert wurde. Da es ein Idealbild eines solchen Romans gab, war alles abweichende subversiv und je stärker die Abweichung war, desto subversiver war der Text.
In der Bonner Republik gab es ebenfalls gesellschaftliche Hauptströme, Haltungen, Normen und Theorien, von denen abzuweichen Subversivität bedeutete. Das beginnt bei der kritischen Darstellung der sogenannten "vornehmen Gesellschaft", die Hinterfragung persönlicher Entscheidungen und Handlungsweisen im Nationalsozialismus, in der Darstellung von Sexualität im breiten Spektrum jenseits der Missionarstellung zwishcen Mann und Frau, die Hinterfragung von Politik und vieles weitere. In dieser Republik war es oft eine an linken Ideologien angelegte Darstellung, die als Subversiv betrachtet wurde, wenn sie bestehende gesellschaftliche Dinge kritisierte. Dazu kam ergänzend der Versuch die eigene Sichtweise oder Herangehensweise an die Kunst zu verändern, diese permanent zu hinterfragen oder eben neue Wege, Materialien und neue Einflüsse in die Kunst hineinzubringen.
Seit den 80er Jahren ist es schwieriger geworden subversive Kunst zu machen, weil er kaum noch Werte, Normen, Theorien und gesellschaftliche Haltungen gibt, die einen Alleinstellungsanspruch bzw. Richtigkeitsanspruch vertreten oder bei denen eine Abweichung subversiv wirkt. Denn die Sexualität in allen möglichen und unmöglichen Varianten wurde Thema, Vielfalt wurde nicht mehr als subversiv wahrgenommen und eine gewisse Beliebigkeit in allen Bereichen wurde üblich. Subversivität und Provokation brauchen ein Tabu, brauchen Schweigen und einen breiten gesellschaftlichen Konsens, was "normal" ist und was nicht.
In der Berliner Republik glaubt eigentlich nur noch die CDU an eine Leitkultur, während der Rest der Republik eigentlich Kultur nur noch als Variation sich ergänzender und unterscheidender Nischen betrachtet, die bis zur Beliebigkeit vielfältig sein können. Und wie es der Kultur ergangen ist, geht es auch der Kunst. Alles ist Kunst, wie diverse Künstler es prognostiziert haben, wenn ein Künstler es so betrachtet. Was aber auch bedeutet, nichts ist Kunst, wenn jeder sich als Künstler betrachtet. Subversiv ist eigentlich alles oder nichts, weil die Subversivität sich nicht mehr an einem "Mainstream" ausrichten kann, sondern nur subversiv gegen eine Nische sein kann oder gegen eine Zahl von Nischen oder die letzten Tabus.

Wenn es also um die Zukunft der Kunst geht, welchen Sinn ergibt sich dann noch aus Subversivität??? Im Prinzip kaum einen. Denn die Idee der Subversivität ist es einen neuen Blickwinkel auf eine Sache zu öffnen- indem man den eigenen Standpunkt verändert oder hinterfragt. Genau das funktioniert heute immer noch, es muss nur nicht immer der Blick aus einem verfemten Standpunkt sein. Vielleicht wäre es da sinnvoller, wenn man andere Dinge ansieht oder wenn man intensiver hinsieht. Aber das ist nur meine Meinung. Subversiv ist das übrigens nicht. Aber vielleicht interessant.

Donnerstag, 20. August 2009

Kalter Hund

Mein Hund mag das Wasser ungefähr so gerne wie medizinische Untersuchungen. Sobald auch nur Wasser in der Nähe ist, beginnt Herr Hund sich langsam von den bösen Menschen abzusetzen, die gelegentlich auf die Idee kommen den Herren zu waschen. Und natürlich ist Regen auch irgendwie Wasser. Da bemüht sich der Hund dann die überdachte Terrasse nicht beim Pinkeln zu verlassen, solange der Kollege Mensch nicht gerade darauf aufpasst.
Seit gestern geht es dem Herrn Hund aber nicht so sonderlich, weil das Wetter zu warm ist, selbst wenn man eine Leidenschaft fürs Sonnenbaden hat. Deshalb liegt der Herr Hund nun unter einem feuchten Geschirrtuch und bewegt sich beim Aufstehen sehr vorsichtig, damit das feuchte Tuch auch ja nicht herunterrutscht. Denn irgendwie ist es Bully so warm, dass da das Wasser irgendwie weniger schlimm erscheint. Aber er wäre nicht er selber, wenn er nicht vorhin rasch in den kalten Regen gelaufen wäre und danach auf die Terrasse gepinkelt hätte. Alte Gewohnheiten soll man ja nicht ändern.

Buchstabensuppe mit zwei C

Meine bisherigen Romanmanuskripte wurden von der Hauptperson (als personaler Erzähler) in der Ich-Perspektive erzählt, wobei der Inhalt immer aus einer Haupt- und mehreren Nebengeschichten bestand. Das hat bisher aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich funktioniert. Eine zentrale Schwierigkeit war, dass ich allzu viele Probleme in meiner Hauptperson gebündelt habe, weil ich eben nur eine Perspektive hatte. Die Idee dahinter hatte sehr viel mit meiner Unsicherheit als Schriftsteller zu tun: Ich wollte es möglichst dramatisch machen, damit die Geschichte auch wirklich funktioniert. Nur funktioniert das leider nicht.
Dazu kommt ein entscheidendes Missverständnis: Ich dachte eine Perspektive wäre nur eine Perspektive, also eine Sichtweise auf die Geschichte. Eine Perspektive ist aber immer auch eine mögliche Deutung bzw. beinhaltet eine mögliche Deutung.
Wenn viele moderne Romane verschiedene Perspektiven verwenden, dann umgehen sie beide Probleme. Die Schwierigkeiten in einer Geschichte werden auf eine Reihe von Personen verteilt und es werden eine ganze Reihe von Deutungen vorgestellt, die somit viel Raum für eine eigene Deutung lassen.

Nun habe ich für mein neues Manuskript zwei Hauptfiguren, die als Perspektiventräger auftreten werden und jeweils eine eigene und gemeinsame Geschichte haben, sowie weitere mögliche Perspektiventräger. Dadurch kann ich zwei Geschichten erzählen, die ineinander übergehen und verschiedene Perspektiven auf einzelne Ereignisse werfen. Das ist alles wunderbar und richtig.
Es ergibt sich daraus aber ein neues Problem: Wie gestalte ich die unterschiedlichen Perspektiven und wie wechsele ich. Und vor allem: kriege ich das hin eine Geschichte aus zwei unterschiedlichen Ich-Perspektiven zu schreiben.

Montag, 17. August 2009

Aller Anfang wiegt schwer

Über meine ungewöhnliche Art mit einem Anfang umzugehen, habe ich ja öfter schon mal geschrieben. Denn schließlich brauche ich für meine Anfänge meistens einige Wochen, während die Arbeit an den einzelnen Kapiteln gar nicht so lange dauert.
Gerade überarbeite ich mein zweites Manuskript "Vika", für das ich endlich den grundlegenden Plot und die Figuren gefunden habe- eingebettet in eine interessante Dramaturgie. Zumindest hoffe ich das. Denn ich habe aus einem einfachen dramaturgischen Konzept ein mehrperspektivische Geschichte gemacht, in der mehrere Handlungen parallel ablaufen und die Figuren deutlich stärker ins Zentrum rücken. Insgesamt steht wie immer einiges fest, das meiste ist offen. Und ich habe richtig Lust zu schreiben.
Aber das ist bei mir ja öfter so.

P.S.: Noch eine Woche, dann erscheint David Foster Wallace "Infinte Jest" auf Deutsch bei Kiepenheuer-Witsch.... Ich bin gespannt

Freitag, 14. August 2009

Sonnenuntergang Schottland

Von Zwischenlebenblog


Ach ja... unretuschiert...

Zurück an den Schreibtisch

In den letzten Monaten gab es immer neue Dinge, die wichtiger waren als das Schreiben. Eine Klausur, eine mündliche Prüfung, ein Urlaub, ein Umzug, eine Renovierung. Aber nun ist das Arbeitszimmer fast fertig und ich habe wieder mit der Arbeit an meinen Texten begonnen.Und irgendwie ist es so, als wäre ich gar nicht weg gewesen. Das Schreiben ist immer noch da, es hat auf mich gewartet. Und meine Texte sind in dieser Zeit in Gedanken gewachsen, während ich dachte, dass sie sich wie eine Illusion in ihnen auflösen würden.
Sogar die Sprache ist noch da, der Rhythmus und der Zauber. Selten war es so schön wieder Heim zu kommen. Mehr morgen, heute nur ein Verweis auf das Bild oben: Mein Schottland. Warum ich mir ein wenig Zauber wieder zurück in mein Schreiben geholt habe... übrigens, Schottisch Borders, ungefähr 30 Kilometer südlich von Loch Ness.

Eine Reise ins David-Foster-Wallace-Land

Heute findet sich in Spiegel online ein Artikel "Wer schreiben will, muss leben" von Klaus Brinkbäumer, der sich auf die Reise zu David Foster Wallace gemacht hat, zu seinen vielen Freunden und Verehrern, aber auch zu seiner Familie und mit ihnen über Wallace, seine Depressionen und Schreiben, seine Schwierigkeiten und Texte, ihren Einfluss auf ihn und ihre Charakterisierung durch ihn in seinen Texten und Essays gesprochen hat. Es ist aber auch eine Reise zu einem der begabtesten und schwierigsten Autoren seiner Zeit, der zwischen Depressionen und seinen Medikamenten und seinem Schreiben ein wenig zerrieben wurde, da er die Medikamente absetzen musste, weil er nicht mehr schreiben konnte, was sicherlich unter anderem zu seinen Selbstmordversuchen geführt hat.

Vorherige Blogartikel und Links zu David Foster Wallace: zu seinem Tod, über den Wallace Übersetzer Ulrich Blumenbach und seine Schwierigkeiten bei der Übersetzung des Textes, den Link zu Wallace Rede "In den Schützengräben des Erwachsenseins" auf Welt online, mein Thread zu Spekulationen über Marijuana und Unijobs mit dem Link zum Ursprungsartikel von Julian Gough im Prospect.

Mittwoch, 12. August 2009

Das angekündigte Ende des Ammann Verlags

Wie bereits gestern vermeldet wurde, siehe z.B. hier bei der Berliner Zeitung, wird der Züricher Ammann Verlag nach 29 Jahren die Feder strecken und Mitte nächsten Jahres sein letztes Programm vorlegen. Die beiden Verleger, Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld, geben bei der FAZ letztlich an, dass das Interesse an der Literatur nachgelassen hat, "jünger geworden ist" und sie ihren Verlag nicht als Imprint eines großen Hauses weiterführen lassen wollen.
Der Verlust in der deutschsprachigen Literaturlandschaft ist enorm, Ammann hat mit einem kleinen Programm von knapp über 20 Titeln immer wieder besondere Autoren wie Julia Franck und andere entdeckt, bedeutende Texte übersetzt und sich z.B. eine Dostojewski Neuübersetzung geleistet, die vermutlich nicht selber finanziell tragfähig war.

Dienstag, 11. August 2009

Das Büro steht...

Gerade sind die letzten Bücher und Aktenordner in den vielen neuen Schränken verschwunden, sorgsam nach bestimmten Prinzipien sortiert, der Apple steht an seinem Platz, alles funktioniert (von der externen Festplatte einmal abgesehen) und irgendwie ist der erste Stress erst einmal vorbei. Denn endlich habe ich wieder ein Büro (bzw. diesmal eines ohne angeschlossenes Schlafzimmer.
Morgen werden dann schnell die Bewerbungen geschrieben und dann geht es los.

Montag, 10. August 2009

So viele Bücher und so wenig Zeit

Heute habe ich endlich begonnen mein Arbeitszimmer einzuräumen und die endlosen, neuen Regale meiner Schrankwand mit Büchern vollzustellen. Und es sind eine ganze Reihe von Büchern, von meinen alten Schätzen, über die deutsche und internationale Weltliteratur bis hin zu allerlei anderen Büchern, von Fach- und Sachbüchern bis zu trivialen, dubiosen und okkulten. Wie immer habe ich allerlei Schätze dabei gefunden, von deren Besitz ich keine Ahnung hatte- schließlich hatte ich die letzten Bücher direkt in den Kisten gelassen und meine alte Schrankwand gleich doppelt mit Büchern bestellt. Ich habe allerlei zu lesen, ehrlich gesagt, und was für Bücher. Hemingway, Böll, Doris Lessing und viele andere warten darauf wiederentdeckt zu werden.
Morgen werde ich aber zuerst meinen Schreibtisch noch ausstatten, meinen Apple und den Monitor anschließen und einige Bewerbung schreiben. Vielleicht komme ich auch dazu ein wenig anders zu schreiben, richtig, an meinen Texten

Freitag, 7. August 2009

Bulitschka

Obwohl mein Hund gerade vor der Wohnungstür sitzt und mich vorwurfsvoll ansieht, mit runtergezogener Unterlippe mit kleinen Hasenzähnen, ich sage nur Nachtspaziergang, muss ich doch noch etwas über meinen beleidigten Bulitschka erzählen. Denn neuerdings wird er schwer bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Sonnenbaden in der Mittagssonne, durch medizinische Untersuchungen (pfuibäh) gestört- er wird in die Wohnung gezwungen und mit Sonnenmilch "behandelt". Und die ist erstens kühl, zweitens wird der Bauch danach nicht mehr so schön warm (und rostrot). Und überhaupt... medizinische Untersuchungen. Er sitzt dann immer eine Zeitlang mit dem Hintern in meine Richtung im Zimmer, um mir sousagen die gecremte Rückseite zu zeigen.
Denn Sonnenbaden darf der Herr durchaus, weil das seinen Gelenken gut tut, bei vierzehn Jahren geballtes Hundeleben. Nur das exzessive Sonnenbaden mit drei Stunden hat die Tierärztin wohl nicht voraus gesehen.
So ist Bullitschka gut gecremt und sehr beleidigt und kann nur mühsam mit Leberwurst und Schlecksen wieder gnädig gestimmt werden. Aber da der Nachtspaziergang auszufallen scheint, weil es dafür schon fast zu spät ist, folgt die Steigerung. Nicht nur die restgecremte Rückseite, sondern auch noch der Blick nach hinten, lautes Seufzen und leises Meckern (wie eine Ziege) und weil ich immer noch vor dem Computer sitze, dann läuft er zur Tür, sitzt dort, geht in die Küche, dann setzt er sich neben mich und dann der Höhepunkt neben dem starren Blick. Liebesbezeugungen: Anrülpsen und mit dem Schwanz wedeln.
Da das auch nicht geklappt hat, denn ich schreibe ja immer noch, dann Rache. Schnarchen, furzen und in das Kissen grummeln. Irgendwie sehr menschlich, mein Hund, bis auf das Rülpsen.

Dienstag, 4. August 2009

Montag Abend, ein schwedisches Möbelkaufhaus... und das Lächeln war weg

Ein großartiges Lächeln, ein paar Köttbullas und eine riesige gelbe Einkaufstasche voller Allerlei, meistens praktisch (und praktisch überflüssig), das ist das Erlebnisversprechen eines großen schwedischen Möbelhaus. Montag Abend, nach vielen Stunden Arbeit war das Lachen irgendwie in den langen Schlangen verborgen... an der Essensausgabe wurden Augen gerollt, Regaleinkäufer wurden fast von Staplern beiseitegeräumt und gebrüllt und irgendwie waren die Kassen wie immer voll. Und diese furchtbaren Kinder: Drei Cappuchinos wurden wegen Wespen verschüttet, Tränen an en Sandkastenspieleset und leere Trampolinspringbereiche: Hektik. Nicht gerade das Einkaufserlebniswunder, das versprochen wurde.
Dafür 300 Kilogramm Schrankarchitektur, intelligent verpackt, schwer und ehrlich gesagt: Nach drei Wochen Renovierungsarbeiten pfiffen meine Ohren das Pipi Langstrumpflied....