Donnerstag, 18. Juni 2009

Blogpause

Hallo zusammen,

in den nächsten zwei Wochen werde ich mir eine wunderbare Auszeit vom Internet und meinem Blog nehmen, und meine Gedanken ein wenig kreisen lassen. Dann, versprochen, melde ich mir hier zurück.

Lieben Gruss

Thomas

Dienstag, 16. Juni 2009

Beethovens letzte Nacht--- Ein Kapitel hat eigentlich immer ein Ende, es dauert nur manchmal eine Zeit

Meine Zeit als Student der Uni Bonn ist eigentlich schon im Mai zu Ende gegangen, als die Uni mich wegen ausstehender Zahlung von Semestergebühren schon einmal voreilig brieflich verabschiedet hat. Mein letztes Seminar liegt sogar noch ein wenig länger zurück, im Februar, der letzte Schein noch ein wenig länger...

Mein Studium ist aber heute, um 9.55 Uhr zu Ende gegangen, und zwar auf die eigentümliche Weise, wie es angefangen hat- mit einem kleinen Knall. Genau das war das erste Gefühl an der Uni Bonn, weit in der Ferne, alles ein wenig ungeordnet, und dann wusste ich auf einmal, hier bin ich richtig, in dem alten Gebäuden, mit alten Büchern, Möbeln, Computern, die ebenfalls alt sind.
Heute war es der Augenblick nach der letzten mündlichen Prüfung, als ich draußen vorm Prüfungsraum auf das Ergebnis wartete und wusste, noch ungefähr zehn Minuten, bis ich auch endlich alle Klausurergebnisse und Endnote mitgeteilt bekommen würde. Die Prüfung war ziemlich gut gelaufen übrigens, die mündlichen Prüfungen waren (wie immer) schon im Studium eine Bank. Und dann der Knall: irgendwie regnete etwas Asbest und Schimmel aus dem Dach, und das erste Mal im Lerntran wusste ich: jetzt ist es vorbei, endgültig vorbei.
Der innere Schweinehund hing immer noch abgehängt (und halb bewusstlos) in den Seilen und japste, sein Freund die Stimme Nein versuchte ihm immer noch zu erklären, warum er mich gerade bei dieser Sache nie, nie, nie einholen werden könnte und eine griechische Göttin, die Prokrastination, schwebte über all dem und teilte dem Schweinehund mit, dass er eigentlich genau das wollte, hier liegen und ein wenig entspannen. Und das es viel zu anstrengend war mir nachzulaufen, wenn ich doch irgendwann wieder vorbeikommen würde, weil alle Wege nach Athen führen, zumindest alle mit Eulen drauf.

Das Studium ist zu Ende, ich bin es auch: und das Ergebnis ist mehr als nur in Ordnung, wie gesagt, die mündlichen Prüfungen haben die eher mittelmäßigen Klausuren und die noch etwas mittelmäßigere Abschlußarbeit mächtig aufgehübscht. Und nun werde ich schlafen und ein wenig Schlaf nachholen.

Samstag, 13. Juni 2009

Kommentare, Prüfung und Urlaub

Ich habe gerade die Kommentarfunktion abgestellt, da ich gerade wegen der Prüfung am Dienstag keine Zeit habe regelmäßig überhaupt in meinen Blog hineinzusehen, geschweige denn, wie an den wenigen Einträgen diesen Monat deutlich wird, zu bloggen.
Deshalb bitte ich um ein wenig Geduld für meine Prüfung, und meinen dann folgenden Urlaub, bevor ich dann hastig und mit viel Energie (hoffentlich) an die Arbeit hier und an meinen Texten zurückkehre. Und ja, die "Didaktik des literarischen Schreibens" habe ich nicht vergessen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Mitten im Prüfungsstreß

Die letzte Prüfung ist nur noch einige Tage entfernt und so langsam geht die Kraft zu Ende. Schließlich dauert diese Prüfungsphase schon seit vorletztem Jahr September an und ich habe in dieser Zeit nur wenig Zeit für irgendetwas gehabt- von einigen kurzen Pausen einmal abgesehen.
Wie immer in meinem Unileben ist/ war alles anders in der Prüfung, als mir im Studium immer gesagt wurde. Offensichtlich wussten die meisten Professoren nicht, wie eine Prüfung abläuft, oder eine Abschreckung war beabsichtigt. Ich habe unheimlich viel gelernt, übrigens mehr über mich, als über die geprüften Themen- zumindest nach dem momentanen Gefühl. Denn bald habe ich es endlich geschafft...

Mittwoch, 3. Juni 2009

Ein Fenster in die Vergangenheit

Manchmal hat man im Leben die Chance in einem Spiegel die eigene Vergangenheit zu sehen. Man sieht sich selber, als man noch weniger Falten und graue Haare hatte, an einem der Scheidepunkte des eigenen Lebens, oder was man zumindest einmal für Scheidepunkte gehalten hat. Damals war man mutiger und hoffnungsvoller, meistens zumindest, weil man vieles noch nicht gewusst oder verstanden hat.

Vielleicht ist ist es gerade deshalb so spannend sich noch einmal anzusehen, wie es war, als ich noch nicht geschrieben habe. Ich hatte gerade die elfte Klasse abgeschlossen und erinnerte mich nur ganz dunkel an einige Geschichte, die ich früher irgendwann einmal geschrieben habe. Dafür war ich gerade in meiner Ingeborg Bachmann/ Sylvia Plath Phase, nebenbei in einem ausgeprägten Fantasyrausch und hatte gerade den ersten PC bei meinen Eltern gekapert.
Ich war auf der Suche nach etwas wie Zukunft, weil ich noch keine Ahnung hatte, was ich mit meinem Leben anfangen wollte. Denn was soll man mit einem Leben anfangen, wenn man nicht weiß, was man kann. Und irgendwie waren die bisher aufgefallenen Talente bisher weniger zukunftsweisend.
Dann kam dieser komische Kurs, für den ich mich einschreiben sollte, weil die Alternative ein Theaterstück war: Kreatives Schreiben. Und mit der ersten Geschichte war irgendwie alles klar... zumindest im Bereich Schreiben und Zukunft.

Im Moment stecke ich ziemlich in der Gegenwart fest, dem Studium, dass eigentlich schon anfängt wieder zur Vergangenheit zu werden, weil es nur noch 12 Tage andauern wird(, es sei denn, es gibt große Überraschungen). Das letzte halbe Jahr, eigentlich fast die letzten neun Monate waren keine Gedanken mehr für das Schreiben übrig, von allerlei Ideensammlungen einmal abgesehen. Denn einerseits wusste ich, dass sich bei mir das literarische Schreiben und das analytische Schreiben gegenseitig blockieren, was sicherlich nicht sonderlich förderlich für den Abschluss gewesen wäre, und andererseits musste ich die wenige Zeit neben dem Lernen auch irgendwie für mein restliches Leben nutzen. Profane Dinge werden ziemlich anstrengend, wenn man sich die wenige, übrig gebliebene Zeit dafür einteilen muss.

Das eigentlich überraschende ist, dass mir das Schreiben zwar sehr fehlt, aber mein Studium seit Jahren nicht mehr so gut gelaufen ist. Offensichtlich sollten assoziative Schriftsteller ihr Studium anders einteilen....
Und klar, für Moment überlegt man sich schon, wie viel einfacher das Leben ist, wenn man nicht schreibt. Denn eine Berufung ist immer auch ein Ruf, und da wird man manchmal an unpassenden Stellen gerufen.
Das Leben könnte viel einfacher sein...
Ein wenig neidisch sieht man zu den Menschen in seiner Umgebung, die nur ihren Job erledigen, nach Hause fahren und dann Ruhe haben. Man überlegt, ob es wirklich so eine kluge Entscheidung gewesen ist, sein Leben nach einem Ruf auszurichten. Vor allem, weil es einfach so gut läuft ohne das Schreiben. Deshalb überlegt man dann alles mögliche. Bis man dann feststellt, dass man ich ist. Und was für man gilt, gilt für mich nur sehr bedingt.
Denn sobald die letzte Prüfungsphase durch ist, die Müdigkeit ein wenig durch Schlaf besänftigt, werde ich wieder schreiben- und es wird das Schönste der Welt sein, zumindest fast. Weil es das ist, was ich will und kann. Und weil ich unbedingt diesen einen und noch ein paar andere Romane zu schreiben habe...

Montag, 1. Juni 2009

Unauthorisierte Fortsetzung von "Der Fänger im Roggen"

Jerome David Salinger hat nur einen Roman "Der Fänger im Roggen" 1951 und bis 1965 einige Kurzgeschichte geschrieben, bevor er sich nach New Hampshire zurückgezogen hat und verstummte. Über seinen Roman ist eine unheimliche Menge geschrieben wurden, nur wurde nicht wirklich viel gesagt. Denn was könnte man über einen Roman schon sagen, der sich insgesamt 25 Millionen Mal verkauft hat und den heute jedes Jahr eine Viertelmillionen Leser neu und wieder für sich entdecken. Für manche ist "Der Fänger im Roggen" ein Buch über ihre Generation und Zeit, über Hoffnungen und Befürchtungen, für andere eine Gesellschaftskritik, ein Buch über das "coming of age" (Das Erwachsenwerden) und wieder für andere einfach "der große amerikanische Roman". Der große amerikanische Schriftsteller übrigens, der sich von der Welt und dem Schreiben zurückgezogen hat, wurde selber zu einem literarischen Mythos: Figuren wie William Forrester in "Forrester - gefunden" und Terende Mann in "Feld der Träume" griffen dies auf.

Der amerikanische Autor J.D. California hat nun sein Romandebut geschrieben, die "60 Years Later. Coming Through The Rye" heißt, und in der ein gewisser Herr C. aus dem Altersheim entkommt und mit 76 Jahren durch die Straßen von New York streift, siehe hier im Spiegel und BuchMarkt.de (mit Infos zur Rechtslage in Deutschland). Der Guardian verweist darauf, dass der Autor J.D.Salinger selber zur Figur in der Fortsetzung seines eigenes Romans macht, die er weder authorisiert noch geschrieben hat. Wobei natürlich am Text zu prüfen ist, wie weit J.D. California einen eigenständigen Text geschrieben hat, oder auf "Der Fänger im Roggen" verweist, siehe BuchMarkt.de und den Telegraph. Eine Stellungsnahme zur Vorgehensweise findet sich im Guardian hier, sowie inzwischen in den meisten der Links ein Hinweis auf die Literaturagentur Salingers, die eine Klage prüft.
Somit hat J.D. California sich entschlossen einen der berühmtesten Helden der Literaturgeschichte als Herr C. zu entführen und in einem Bewußtseinsstrom, angelehnt an "Der Fänger im Roggen", seine eigene Fortsetzung zu Salingers Roman zu schreiben. Das mag je nach Eigenständigkeit der Leistung durchaus legitim sein, auch wenn die Ähnlichkeiten es auf den ersten Blick juristisch schwierig erscheinen lassen.
Das er Salinger selber sowohl als Figur erscheinen lässt, als ihm auch den Roman widmet, halte ich persönlich für eine bewusste Unverschämtheit zum Romanverkauf. Denn Salinger hat eine Fortsetzung seines Romans immer abgelehnt und sich als Person und Schriftsteller aus der Welt weitgehend zurückgezogen.
Offensichtlich geht es dem Debutautor um reichlich Öffentlichkeit und das auf Kosten eines Klassikers und J.D. Salingers.

Nur eines verstehe ich nicht: Warum musste J.D. California ausgerechnet einen Roman fortsetzen, der seinen Leser die Zukunft offenlässt, für seine eigenen Vorstellungen und Gedanken- und all das mit seinen Ideen und Vorstellungen verbasteln. Das ärgert mich weit mehr als der krampfhafte Versuch über Kritik, Zeitungsberichte und juristische Auseinandersetzung möglichst viel Aufmerksamkeit für einen Degbutroman zu bekommen.
Immerhin: die Leser werden hoffentlich diesen Roman so weit ausweichen, wie sie sollten....