Mittwoch, 29. April 2009

Die Didaktik des literarischen Schreibens (Teil 1)

Für meine Abschlussprüfung an der Uni habe ich mich lange mit den verschiedenen didaktischen Theorien für den Unterricht beschäftigt. Keine Ahnung warum, vielleicht weil ich dezent einen an der Waffel habe, habe ich aus Spaß mal einigen Konzepte auf das Schreiben übertragen.

Eine Didaktik ist die Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens

Eine Didaktik wählt die Inhalte und Methoden nach den Zielvorstellungen, weil Inhalte und Methoden sich vielfach ergänzen, aber für sich nicht zwangsläufig eine Zielrichtung ergeben. Eine Zielrichtung ist aber notwendig, damit ein Themenspektrum wie das Schreiben systematisiert und geordnet wird, und man darauf eine Auswahl ableiten kann.
Ideen für eine Zielvorstellung: Literarisches Schreiben ist der schriftstellerische Versuch die Welt mittels einer Auswahl an Themen anhand der eigenen Fragen zu erschließen, wobei die eigene und fremde Auffassung, Erfahrung und Wahrnehmung von Wirklichkeit (Gesellschaft, Menschen und Wirklichkeitsbilder (Ideologien, Meinungen, Moralvorstellungen)) den Raum für den fiktionalen Diskurs bietet. Die Gestaltung dieses Diskurses erfolgt beim literarischen Schreiben durch handwerkliche und sprachliche Mittel, die einen eigenen Diskurs bilden (der selber Teil des literarischen Schreibens ist), und über den Verweis auf gesellschaftliche, philosophische, literaturwissenschaftliche und andere mögliche Diskurse.

Aus dieser Idee einer Zielvorstellung lassen sich bereits die grundsätzlichen Bereiche ableiten, die man für literarisches Schreiben erlernen muss:
1. Der Autor und die Selbstreflektion (Auffassung, Erfahrung, Wahrnehmung und Erschließung der Welt)
2. Themen in und mit gesellschaftlichen, philosophischen, literaturwissenschaftlichen und anderen Diskursen
3. handwerkliche und sprachliche Mittel

Montag, 27. April 2009

Der chinesisch-japanische Garten in Leverkusen

Von Blogger Pictures

Ein Drache steht in vielen Mythologien für die geistigen Fähigkeiten der Sprache und für die finsteren, dunklen Mächte, die die Menschen zu überwinden hatten, um an ihnen zu wachsen. Nicht umsonst gibt es in vielen Religionen die großen Krieger, die sich den besonders mächtigen, großen Drachen gestellt haben.
Meiner ist übrigens eher einer im Handtaschenformat: Der Taschendrache Schriftstellerei.

Von Blogger Pictures

In einem chinesisch-japanischen Garten kommen zwei Welten zusammen, die über die Schrift miteinander verbunden sind und so eine Verbindung ist enorm stark. Gut, das mag die japanische Seite leugnen, aber das ist ihr recht, macht aber die Sache nicht weniger wahr. Dafür gibt es viele wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Witzigerweise passen japanische und chinesische Gärten eigentlich gar nicht zusammen, und das sie trotzdem hier aufeinandertreffen, hat mit der romantischen Vorstellung des Gründers von Bayer zu tun, und einer gewissen Ignoranz.


Von Blogger Pictures

Über einen Garten kann man sich langsam an eine Kultur herantasten, weil die Vorlieben und Vorstellungen sich überall wiederfinden. Hier z.B. die wunderbaren lackierten Häuser mit den glänzenden Farben, nur Wochen nach der Kirchblüte, die einen japanischen Garten erweckt. Um das Haus herum erwacht das Leben...
Starke Farben immer in der Mischung mit ein wenig Pastell, viele Dinge, die sich erst in der Perspektive ergänzen und nur für sich eher uninteressant sind.


Von Blogger Pictures

Enge Wege, der Garten in kleiner Segmente unterteilt durch fließendes Gewässer, mit Kois und Schildkröten. Ein Ort zum Verweilen, sich an die Ruhe zu gewöhnen und in der Stille sich selber zuzuhören. Denn Gewässer sind unheimlich beruhigend, wenn sich darin nicht gerade Kröten und Frösche paaren.
Kein Wunder, dass sie in der Vorstellung mit dem Unterbewußstein verbunden sind, oder auch mit der Entstehung der Menschen und der Welt (zumindest in einigen Mythologien).


Von Blogger Pictures

Aber auch um sich Zeit für die eigenen Sinne zu nehmen, denn das ist eine besondere Form nicht mehr die Welt die Herrschaft über die eigenen Gedanken zu lassen... sondern einfach hinzusehen, zu riechen und Dinge zu berühren. Denn wir vergessen alle manchmal die Wirklichkeit um uns herum, weil wir so in absurden Gedankenkonstrukten und Welten sind. Weil wir Dinge für viel wichtiger nehmen, die unendlich weit von uns entfernt sind. Und dann unglücklich sind, ohne wirklich verstehen warum.
Einmal richtig hinzusehen kann uns manchmal von den falschen Gedankenkinder befreien und uns deutlich machen, was Leben ist... gerade in einem Garten. Das wir genauso einzigartig sind wie jede Blüte, jeder Baum und die sonnenhungrige Schildkröte, die auf einem Baumstamm mich musterte.


Von Blogger Pictures
So, jetzt aber genau Alltagsgebrauchsphilosophie... Denn die Arbeit wartet und mit von Blüten benetzten Gedanken und aus der Ruhe lässt sich selber den Figuren etwas Lotusblütenstaub einpusten...

Freitag, 24. April 2009

Gebissen...

Vor einigen Jahren habe ich den Ratschlag bekommen mich auf meine längeren Texte zu konzentrieren, weil man mit Kurzgeschichten und Erzählungen in Deutschland als Autor nicht sehr weit kommt. Denn mit Kurzgeschichten kann man zwar Preise und Stipendien gewinnen, eine Sammlung von Kurzgeschichten verkauft sich aber nur über einen bekannten Autor oder durch die Hilfe eines besonders glücklichen Zufalls.

Der Ratschlag war genauso richtig, wie er falsch war. Denn die Kurzgeschichten brauchen zwar ihre Zeit, sie sind aber vor allem auch meine Art mit Themen umzugehen, die mich gebissen haben. Die Romane entstehen aus den Geschichten, die mich auch gebissen haben, die aber zu lang sind, um sie als Kurzgeschichten auszuschreiben.
Im Moment schreibe ich an einer Geschichte, die mich eigentlich schon sehr lange beschäftigt, aber ohne das ich das weiß. Denn ich habe immer wieder dieses Thema gefunden, es hat sich mir manchmal in den Weg gelegt, manchmal habe ich es dann auch gesucht- in anderen Zusammenhängen. Das ist mir heute erst klar geworden, als ich begonnen habe die Geschichte auszuschreiben.
Seltsam. Ich schreibe wieder, nur anders als erwartet, weil dieses Thema anders geschrieben zu werden verlangt. Und die Ideen sind schon alle da.

Zum Urheberrecht (und nachträglich zum Tag des Buches)

Wenn heute über das Urheberrecht diskutiert wird, dann geht es um rechtliche Frage: Wer besitzt das Recht an einem schöpferischen Werk, welche Rechte besitzt er, wie verändern digitale Kopien diese Rechte und wie kann man oder sollte man ein Urheberrecht in einem Zeitalter der digitalen Kopie durchsetzen?

Um Antworten auf solch komplexe Fragen zu finden, muss man vielleicht einmal in der Vergangenheit nachsehen, warum es ein Urheberrecht gibt, woraus es sich zusammensetzt und welche Wirkung es hatte.
1. Als Marcus Valerius Martialis "Martial" im ersten Jahrhundert nach Christus seine Epigramme als freigelassene Sklaven bezeichnete, die ihm ein gewisser Fidentius gestohlen habe, fiel der Begriff des "plagiarius", des "Menschenräubers". Dabei bezieht sich der Begriff auf die Aneignung der Urheberschaft durch Fidentius, nicht auf chrome://foxytunes-public/content/signatures/signature-button.pngdie Vervielfältigung. Das Recht auf die Nennung des eigenen Namens bei der Vervielfältigung des eigenen Werkes wurde erst 1511 als Autorenprivileg an Albrecht Dürer verliehen und bildet somit eine Grundlage des modernen Urheberrechts: Das Recht des Urhebers an seinem eigenen Werk.
2.Das Recht über die Zustimmung zur Veröffentlichung ist jünger: Erst 1710 wurde in England die "Statute of Queen Anne" durchgesetzt, eine Kopie des Statute findet sich hier. Diese Statute gilt als das erste moderne Urheberrecht, dass nicht den Verlegern, sondern den Urhebern das Recht gab über die Vervielfältigung ihres eigenen Werkes zu bestimmen. Anlass des Statute waren die schottischen Drucker, die in großem Umfang preiswerte Raubdrucke von Werken verkauft hatten und so den Urhebern, Verlagen und Druckern großen Schaden zugefügt hatten. Aber der eigentliche Hintergrund war eine rechtliche Überlegung: In der Antike und im Mittelalter waren die Künstler gezwungen auf die Mäzene (siehe Gaius Maecenas) und Förderer zurückzugreifen, weil es nicht möglich war Werke in ausreichender Zahl zu verbreiten, um den Unterhalt der Verfasser sicherzustellen. Durch den Buchdruck war es möglich Holzschnitte und Bücher in einem solchen Maße zu verbreiten, dass die Urheber von ihrer künstlerischen Arbeit leben könnten- wenn sie an den Erlösen des Buchdruckes beteiligt werden würden. Gleichzeitig war es nun möglich sehr vielen Menschen (nur begrenzt durch ihre Fähigkeit zu lesen bzw. ein Bild zu verstehen) künstlerische Arbeit nahezubringen und sie von ihnen erschließen zu lassen. Somit bot Kunst die Möglichkeit die Begrenzungen des eigenen Lebens, der eigenen Wahrnehmung und der eigenen Umstände zu überwinden und zu eigenen Meinungen und Haltungen zu kommen- ein umgemein demokratisches und modernes Prinzip.
Das besondere Interesse von Queen Anne am Urheberrecht lag darin, die Schaffung von künstlerischen und wissenschaftlichen Werken über den Verkauf zu ermöglichen. Denn bisher profitierten vor allem die Verlage und Urheber von den Verkäufen von Werken und eben nicht die Erschaffer oder Urheber dieser Werke. Nun wurde der Typ des Berufsschriftstellers ermöglicht, der eben nicht für einen (oder mehrere) Mäzene ein Werk schuf, sondern für die Leser.
In Deutschland dauerte es noch bis 1837 in Preußen, bzw, 1857 im Norddeutschen Bund, bis ein allgemeiner Urheberrechtschutz eingeführt wurde. 1886 wurde die Berner Übereinkunft (zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst) getroffen, indem über die Grenzen souveräner Staaten hinaus das Urheberrecht geschützt wurde.

Die Idee des Urheberrechts entstammt der Idee, dass ein schöpferisches Werk (und gerade die darin wohnende schöpferische Leistung) dem Urheber zuzurechnen ist und deshalb nur unter seinen Namen veröffentlicht werden darf. Niemand anderes darf somit das schöpferische Werk eines anderen unter seinem Namen herausgeben.
Das Recht des Urhebers über die Verbreitung/ Vervielfältigung eines Werkes zu bestimmen, stammt aus der Idee, dass ein schöpferisches Werk einen Wert für sich und für die gesamte Gesellschaft hat. Das Recht über die Vervielfältigung zu bestimmen, soll es dem Autor ermöglichen über den Verkauf seinen Lebensunterhalt (zumindest in Teilen) zu finanzieren, während er das Werk anfertigt.

In der Praxis bedeutet dies bei schöpferischen Werken, dass die Urheber ihre Rechte auf einen Verlag übertragen. Dieser übernimmt die Erstellungs-, Herstellungs- und Verbreitungskosten und somit das verlegerische Risiko und vertreibt und bewirbt das Buch für den Autor. Dieser erhält dafür eine Vorauszahlung und eine Beteiligung pro verkauftes Exemplar.

Über die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung und des Internets ist es heute möglich geworden Bücher, Musikdateien und andere schöpferische Werke kostenlos und ohne Erlaubnis des Urhebers downzuloaden.

1. Viele Vertreter des "open-source" wollen das Urheberrecht in Teilen aufheben, weil sie der Meinung sind, dass das "Wissen der Welt" dieser gehört und nicht dem Urheber. Das Urheberrecht, so argumentieren sie, steht der Weiterentwicklung entgegen, weil das Wissen im Moment eben nicht jedem zugänglich ist und das Urheberrecht bestimmte Be- und Überarbeitungen nicht erlaubt.

Ich halte es für richtig wissenschaftliche und künstlerische Werke nach Ablauf des Urheberrechts für alle zugänglich zu machen. Das Internet ist hier ein Segen für die wissenschaftliche und künstlerische Arbeit, weil eben viel Wissen mit den Jahren un- oder schwer zugänglich geworden ist. Wenn das Urheberrecht noch nicht abgelaufen ist, halte ich "open-source" für eine interessante Möglichkeit in vielen Bereichen, wo wissenschaftliche Erkenntnisse oft veröffentlichungspflichtig waren und bisher von Urhebern und Nutzern bezahlt werden musste. In anderen Bereichen halte ich es für sinnvoll, zwischen den Interessen des Urhebers und des Nutzers abzuwägen, und eine angemessene Vergütung auszuhandeln, mit der beide Seiten leben können (und die nicht z.B. von Google und amerikanischen Gerichten vorgegeben wird).
Schöpferische und wissenschaftliche Werke entstehen aus dem Willen von Menschen, die sich über Jahre mit einem Thema beschäftigt haben und die ihre Fähig- und Fertigkeiten dazu in jahrelanger Übung trainiert haben. Somit ist die Bezahlung eine Investition in neues Wissen und neue Kunst- und dient somit der Welt, weil es "Wissen für die Welt" schafft.
Ohne Geld, also komplett "open-source", kann Kunst oder Wissenschaft nur von Mäzenen oder dem Staat gefördert entstehen- und wird sich dementsprechend nicht mehr am Leser, sondern an den Förderern orientieren. Zudem werden viele schöpferische und wissenschaftliche Werke nicht entstehen können, weil deren Urheber die Zeit damit verbringen muss seinen Lebensunterhalt anders zu verdienen, statt an ihnen zu arbeiten. Somit werden sie für das "Wissen der Welt" ausgebeutet, ohne zumindest für ihren Beitrag "unterstützt" zu werden.

2. Andere vertreten die Meinung, dass das Urheberrecht dafür gesorgt hat, dass schöpferische Werke überteuert sind und ihnen somit der Zugang zu diesen Werken verwehrt wird. Sie gehen davon aus, dass das meiste Geld bei den Verlagen hängen bleibt und sowieso nicht an die Urheber ausgezahlt wird. Daraus leiten sie das Recht ab schöpferische Werke kostenlos zu konsumieren.

Wenn man sich die üblichen Verträge bei schöpferischen und wissenschaftlichen Werken ansieht, dann erhalten die Urheber nur einen kleinen Teil der wirklichen Einnahmen.
Bei einem Taschenbuch für 9.90 € sind 7 % Mehrwertsteuer (55 Cent) enthalten und ca. 50% Handelsspanne für die Buch- und Großhandlung (ca. 4,95 €). Für den Verlag und den Urheber bleiben dann 4,40 € übrig.
Der Verlag übernimmt die Kosten für das Lektorat, das Setzen des Buches, Gestaltung des Covers, Druck, Vertrieb, Marketing und bezahlt dem Autor ein (nicht zurück zu zahlendes) Garantiehonorar. Der Autor erhält pro verkauftes Exemplar 5-8% (je nach Auflagenhöhe) des Nettobuchhandelspreises (9,90€ minus 7% Mehrwertsteuer), also bei 5% 46,75 Cent, die mit dem Garantiehonorar verrechnet werden. Deshalb gibt es auch nur wenige Schriftsteller, die mit dem Schreiben reich geworden sind oder davon leben können.
Bei dieser Kalkulation sollte eingerechnet werden, dass der Verlag mit den Gewinnen aus einigen Büchern auch die Erstellung von Büchern bezahlt, bei denen kein Gewinn erwartet wird, die aber aus künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen unbedingt gedruckt werden sollten. Letztlich ist die Gewinnspanne für die Verlage also auch nicht sehr groß: Die meisten Verlage verdienen kaum Geld oder machen Verluste- außer sie konzentrieren sich auf Bestseller.

Die Konzentration auf Bestseller sorgt dafür, dass andere Werke kaum eine Chance auf Veröffentlichung gegen Bezahlung haben. Somit wären viele Urheber gezwungen ihre Werke zu verschenken, in der Hoffnung, dass sie irgendwann dann doch Geld dafür bekommen, oder mit der künstlerischen Arbeit aufzuhören.
Die Folge wäre so oder so eine Verknappung an Wahlmöglichkeiten und das würden dann auch den Interessen der Downloader widersprechen. Zudem wäre es für "das Wissen der Welt" eine Katastrophe, weil unglaublich viel eben nicht mehr beigetragen werden würde.

3. Wieder andere vertreten die Meinung, dass die meisten Menschen heute keinen Bezug mehr zum Urheberrecht haben. Sie glauben, dass man diesen Menschen nicht mehr vermitteln kann, dass ein schöpferisches Werk zu bezahlen ist und das man statt dessen z.B. an den Kosten für einen Internetzugang eine "Kulturflatrate" koppeln muss, die dann an die Urheber ausgezahlt wird.

In einer kapitalistischen Gesellschaft ist die Vorstellung schon ziemlich irritierend die Kunst zu "sozialisieren", indem man sich mit einer Abgabe für alle seinen Pflichten an die Urheber entschuldigen kann. Die "GEZ-isierung" der Kunst würde dazu führen, dass der "ideele Wert" der Kunst genauso wie das Urheberrecht aufgegeben werden würde- und das Urheberrecht durch eine Art Abwrackprämie ersetzt werden würde. Natürlich wird immer angeführt, dass die Bezahlung sich dann an den Downloadzahlen orientiert. Aber eine "Verwertungsgesellschaft" wie die VG Wort würde das Geld danach verteilen und Mäzene und der Staat müssten dann die Herstellung von künstlerisch und wissenschaftlich wichtigen Werken finanzieren, für über den Markt nicht zu finanzieren sind.
Und ganz ehrlich: Bei einem solchen Modell werden die Urheber auf Dauer entrechtet und mit einem "Almosen" abgefertigt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die bisher schon schlechte, finanzielle Situation der Urheber dadurh verbessert, im Gegenteil. Noch mehr Urheber werden dann als Künstlernomaden von Literaturpreis und Literaturstipendien ziehen und bei Mäzenen darum bitten und betteln, ihrer Arbeit nachgehen zu dürfen. Vielen Dank auch.

Fazit:
Es ist wichtig festzustellen, dass das Urheberrecht eben nicht nur im Interesse der Autoren und Verwerter liegt, sondern im Interesse einer Wissensgesellschaft. Das bedeutet nicht, dass in Einzelfällen das Urheberrecht nicht angepasst werden sollte, siehe z.B. "open-source". Es bedeutet aber, das das Urheberrecht eine über Jahrhunderte entwickelte Tradition unserer Wissensgesellschaft ist, weil dadurch die Entstehung von Kunst und Wissen mehr gefördert als gehindert wurde- und das dies durch die digitale Kopie und das Internet nicht verändert wurde.
Wer das Urheberrecht einfach aufgibt, weil es unbequem ist es durchzusetzen, sollte einkalkulieren, dass die Künstler und Wissenschaftler eben in Teilen dann ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, oder nicht mehr so nachgehen können. Wer bereit ist dies in Kauf zu nehmen, um im Moment kostenlos von ihnen zu profitieren, sollte unbedingt seine Prioritäten überdenken: Denn die Wertschöpfungskette der Kunst und der Wissenschaft berührt sicherlich irgendwo auch seinen Job und sein Leben.
Denn der Reichtum von Gesellschaften mit wenig Bodenschätzen beruht eben auf den Wissenschaften und der Kunst. Und dieser Reichtum kann durch das "kostenlos" nach und nach verloren gehen. Deshalb ist es Aufgabe auch der Politik (als Vertreter der Wissenschaftsgesellschaft) das Urheberrecht zu schützen, zu gestalten und zu schützen.

Dieser Blogeintrag ist übrigens ein Hinweis auf das Grundproblem der Diskussion. Es wird auf ein Gesetz beharrt und Verstöße bestraft, statt darzulegen, warum es dieses Gesetz gibt und welche Funktion es hat. Natürlich wäre es albern zu glauben, dass man alle Menschen von der Notwendigkeit des Urheberrechts überzeugen kann. Dazu gibt es dann aber den Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten, um mit Hilfe der Justiz das Urheberrecht durchzusetzen.

Donnerstag, 23. April 2009

Damenwahl...

Ich habe gestern das erste Mal seit langem eine Ausschreibung in den diversen Autorennewslettern durchgesehen und habe ein Thema gefunden. Vielleicht nicht unbedingt für diesen Wettbewerb, ganz einfach weil ich wie immer Platzprobleme bekommen werde, sondern das Thema für eine Kurzgeschichte.
Das liegt übrigens daran, dass ich über das Thema der Aussschreibung etwas gefunden habe, was mich schon eine ganze Zeit beschäftigt hat. Und ich nach einem langen Spaziergang mit dem Hund einen genialen ersten Satz hatte- die Grundbedingung für eine Kurzgeschichte von mir.
Nun, aus einer guten Idee und einem guten Anfang entsteht bei mir in ungefähr 50% aller Fälle auch eine gute Geschichte. Denn manchmal braucht eine Geschichte trotz beidem noch Zeit, manchmal ein paar Tage, manchmal auch Jahre, bis dann noch eine Idee, eine Figur auf mich zukommt und mir ihre Geschichte erzählt. Wie auch immer: Die letzte Kurzgeschichte ist schon eine Zeit her. Ich bin gespannt.

Dienstag, 21. April 2009

Ein langer Moment

Eine der Erfahrungen aus meinem Studium ist, dass sich mein wissenschaftliches Schreiben und mein schriftstellerisches Schreiben nicht ergänzen. Wenn ich analytisch für die Uni schreibe, dann bekomme ich große Probleme mit meinen Texten, weil ich dann den Klang/ Rhythmus der Texte nicht so hin bekomme. Dafür sind die Texte einfacher und in der Struktur eher logisch und nicht so assoziativ. Wenn ich assoziativ an meinen Texten schreibe, dann finde ich in wissenschaftlichen Texten immer wieder unnötige Konjunktionen und die Logikketten sind manchmal eher folgernd als schlußfolgernd, was nichts anderes heißt, als dass die klaren Strukturierungen manchmal fehlen. Das ist übrigens der Hauptgrund, warum ich gerade eine kleine Pause mit meinen Manuskripten habe. Denn im Moment ist halt Logik gefragt, klare Strukturierungen und systematische Verknüpfung. Da würden halt meine Texte ein wenig stören... und mich aus dem Lernrhythmus bringen.

Andererseits ist es aber so, dass ich gerade viel Zeit habe über einige Dinge in meinem Schreiben nachzudenken und auch über das Schreiben selber. Denn es geht mir im Prinzip sehr gut, weil ich eben nicht schreibe. Das Leben ist einfacher, auch wenn ich gerade meine Prüfungen mache, weil mir das bestimmte Dinge abnimmt bzw. weil mir die Zeit fehlt darüber nachzudenken.
Dazu aber mehr, wenn sich das alles etwas gesetzt hat.

Montag, 20. April 2009

Beweisphoto

Bulli nach dem Spaziergang (und der unselbstständig bewältigten Treppe):

Von Blogger Pictures

Jeder muss sein Päckchen tragen, ich meinen Hund...

Mein Hund ist ja schon ordentlich alt, aber man sieht es ihm meistens nicht an. Aber wer einmal den Kopf in seine Hütte steckt, der weiß, dass dieser Hund schon so das eine oder andere Jahr auf den Decken verbracht hat, die trotz regelmäßiger Wäsche eine eigene "Bulli-Note" haben, irgendetwas zwischen Käsefüssen, Schulturnhalle und Plastikschonbezüge in einem Auto bei 40 Grad und einer langen Fahrt.
Inzwischen ist es aber auch so, dass er bereits nach einer Stunde Spaziergang ordentlich müde ist und dann am Treppenaufgang wartet, weil die Treppe ihm zu steil geworden ist. Und der stolze Hund lässt sich dann auf den Arm nehmen, auch wenn er dann bei den letzten beiden Treppenstufen schon einmal herumhampelt, weil er das ja auch noch könnte.
Und ganz ehrlich: Das mit dem Hundeblick hat er drauf.....

Freitag, 17. April 2009

Die mündlichen Prüfungen haben angefangen... recht gut, übrigens

Wenn jemand sich wundern sollte, warum in den letzten Tagen die Blogeinträge kürzer geworden oder ausgefallen sind:
Seit Mitte März habe ich mich auf die erste mündliche Prüfung vorbereitet und das Material gesichtet und zusammengestellt. Seit Montag bin ich auf leisen Pfoten durch meine Wohnung geschlichen und habe Definitionen, Abläufe und Informationen gemurmelt- meine Art des Lernens übrigens. Meine Eltern und viele andere sind begeistert, weil ich mich mit ordentlich Elan und Kraft in die Arbeit stürze.
Mein Hund ist es weniger. Denn das ich immer wieder von meinem Schreibtisch die vier Meter bis zur Küche und wieder zurück gehe, öffnet er die Augen und sieht mich müde an. Denn schließlich bestünde die Möglichkeit, dass ich spazieren gehe und er da mitkommen könnte- wozu laufe ich denn sonst durch die Gegend und spreche ja auch noch dabei? Oder geht es um Leckerchen oder moralische Unterstützung, irgendwie hat er das noch nicht raus...
Deshalb ist der arme Hund aus Müdigkeit kaum noch in der Lage mich bei anderen Gelegenheiten zu verfolgen und laut zu meckern. Wie sich das anhört, haben letztens die Kunden eines naheliegenden Supermarktes erfahren, wo mein armer Hund im Regen stand und auf mich wartete. Er fing dann an zu meckern, weil bellen ist ja nichts für den modischen Hund. Und drei Kunden haben dann draußen nach der Herkunft der komischen Geräusche gesucht, weil Ziegen ja normalerweiser nicht vor Supermärkten stehen.

Wie auch immer: Heute habe ich die erste mündliche Prüfung abgelegt, 45 Minuten. Gestern war ich noch kurz davor alles hinzuschmeißen, weil ich den gesamten Stoff nicht in meinen Kopf bekommen habe- bis ich dann noch eine Zusatzübung bis kurz nach 3.00 Uhr dran gehängt habe. Heute morgen war es dann in Ordnung, nur der Hund und ich waren richtig müde.
Es bleibt festzuhalten: Die Prüfung bestand aus drei Teilen bei zwei Professoren, wobei ich mir dabei um einen Professor besonders Sorgen gemacht habe, weil er sehr anspruchsvoll ist. Nun, diese Prüfung war aber nicht das Problem, denn sie lief klasse.
Schwierig war auch nicht die andere Prüfung: Ich hatte nur das Problem auf die recht klaren, einfachen Fragen die offensichtlichen Antworten zu geben, weil ich mir kaum vorstellen konnte, dass er so einfache Antworten hören wollte. Deshalb waren meine Antworten immer eine Frage weiter. Das hat ein wenig die Note gedrückt, aber ich hatte beim gleichen Professor noch einmal zu einem anderen Thema 15 Minuten, die wieder richtig gut gelaufen ist.
Ergebnis: Ich werde mit einem ziemlich guten Gefühl mich auf die nächsten beiden Prüfungen vorbereiten. Und ein Tag Pause ist auch drin.

Montag, 13. April 2009

In dem Radiofeature "Zweifelhafter Ruhm. Über die Vergabe von Literaturpreisen" des WDR 5 ging es am 09.03, siehe meinen Blogeintrag, heute um Literatur, Autoren und um den Mut. Michael Krüger, Thomas Bernhard und einige andere wurden über Literaturpreise befragt, bei Thomas Bernhard natürlich post mortem über seine Texte in "Meine Preise", und natürlich kam die Sprache auf Daniel Kehlmanns Kritik in der FAZ am Deutschen Buchpreis.

Damals konnte ich leider keinen Podcast anbieten, heute habe ich über einen Kollegen beim Autorenforum Montsegur eine Abschrift als PDF der Sendung gefunden. Ganz ehrlich: Unglaublich spannend und lesenswert...

Samstag, 11. April 2009

Ein Interview mit Maria Lassnig

Holger Liebs von der Süddeutschen Zeitung hat für ein Interview Maria Lassnig getroffen: "Maria Lassnig über Leben" und hier schon mal ein Blick auf einige Gemälde. Insgesamt geht es um Kunst, ums Leben, die Weiterentwicklung des eigenen Selbst, Entscheidungen und eine Perspektive auf die Unvereinbarkeit von Kunst und Familie aus Sicht von Maria Lassnig. Wer eine Ahnung möchte, ob das Interview interessant ist: Hier aus dem Mumok in Wien ein Interview anlässlich einer großen Ausstellung dort, mit jeder Menge Bildern.

Leider nicht einbettbar: Maria Lassnig als Moritatensängerin ihres eigenen Lebenslaufes in einem Trickfilm von ihr und Hubert Silecki, dafür hier bitte klicken "Kantate".

Freitag, 10. April 2009

Wie wird man Bestseller?

Am Sonntag, den 12.04 12.55 gibt es bei Arte die Sendung "Wie wird man Bestseller?", eine Wiederholung von Donnerstag (dritter Sendetermin ist der 20.04. 9.55 Uhr). Thomas Palzer stellt Daniel Kehlmann, Pascal Mercier, Julia Franck und Véronique Olmi die Frage nach dem Bestseller, was haben Werbung, Marketing und Qualität mit dem Erfolg eines Romanes zu tun, welchen Wert hat ein Roman (abseits des Verkaufs) und wo steht die Gegenwartsliteratur heute.
Ich habe leider nur einige Minuten des Beitrags gesehen, der ärgerlicherweise nicht bei Arte+7 vorliegt und freue mich auf Sonntag.

Mittwoch, 8. April 2009

Kommerzialisierung frisst Idee

Heute gibt es im Spiegel von Constantin Alexander den Artikel "Massenerfolg Poetry Slam. Dichter dran am Kommerz". Wie viele Trends kamen der Poetry Slam aus Chicago in den USA, wo Marc Kelly Smith 1984 auf die Idee kam Literatur anders zu vermitteln. Seit 1986 gibt es die ersten Poetry Slams in Deutschland und nach und nach hat sie eine recht eigene Szene entwickelt, bei der die Performance immer stärker in den Mittelpunkt der Slams gerutscht ist und die Texte eben, wie Constantin Alexander feststeller, vor allem unterhaltsam sein müssen.
Somit geht es längst nicht mehr um Literaturvermittlung, sondern um eine stark Comedy orientierte Spaßveranstaltung, bei der die Performance und der Spaßfaktor eben deutlich vor der Literatur kommt. Schade, aber verständlich, was die Situation aber nicht besser macht.

Montag, 6. April 2009

Wie ein Rudel Katzen...

In der SZ ist ein Artikel von John Mellencamp über die Krise der Musikindustrie: "Wie ein Rudel Katzen. Geistiges Eigentum in der Musik" erschienen.
Mellencamp beschreibt die Veränderung der Musikindustrie in den 90er Jahren mit dem Aufkommen der CD, als aus einer Verlagindustrie eine weltumfassende Branche wurde, die vor allem Shareholder-Value erzeugen wollte. Künstler wurden nicht mehr gesucht, sondern gemacht, Musik wurde zu einer austauschbares Hintergrundprodukt. Somit ist nach Mellencamp die Krise letztlich nicht eine Krise der Musik, sondern der Musikindustrie. Denn wenn man aus Musik ein leichtgängiges, austauschbares Konsumprodukt macht, dann tritt das eigene Produkt in Konkurrenz mit anderen leichtgängigen, austauschbaren Konsumgütern. Und letztlich wird man so ein Produkt immer auch über den Preis verkaufen.
Wenn das Produkt aber kostenlos zu erhalten ist, warum sollte man etwas kaufen, was nur einen Nährwert von ungefähr 14 Tagen hat? Deshalb plädiert Mellencamp Künstler wieder zu suchen und zu entdecken, was wirklich einen Wert hat, weil er davon ausgeht, dass Menschen bereit sind dafür Geld zu bezahlen.
Und ganz ehrlich: Ein wenig erinnert mich das an die Literatur. Ich bin nur nicht so sicher, ob viele Menschen wirklich noch bereit sind zu bezahlen, wenn sie es kostenlos erhalten können- egal ob austauschbare Konsumware oder richtige Kunst.

Interview mit Jonathan Franzen

Heute gibt es in "Die Zeit" ein Interview von Wolfram Eilenberger mit Jonathan Franzen "Warum die Globalisierung eine Gefahr für den Roman ist". Es geht um die bedrohten Singvögel, Barak Obama, Romane und Romanschreiben, die Beurteilung amerikanischer Schriftsteller durch die schwedische Nobelpreiskommision, Alice Munroe und Berlin- und unendlich viel mehr.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich von Jonathan Franzen halten soll, besonders von seinen Romanen, aber das Interview ist recht spannend.

Sonntag, 5. April 2009

Die Verführbarkeit des Dichters Gerhart Hauptmann

Am Samstag gab es in der Welt eine interessante Buchrezension von Tilman Krause"Eins mit seinem Volk" über den Nobelpreisträger (von 1912) Gerhart Hauptmann und seine recht zweifelhafte Rolle in der Nazizeit. Gerhart Hauptmann war zwischen 1890 und 1946 vermutlich der "repräsentative deutsche Schriftsteller", nicht nur wegen seiner bedeutenden Rolle im Naturalismus, sondern auch wegen seiner erdigen Bürgerlichkeit, wie ich es mal ausdrucken möchte. Denn so wie er 1918 sich für die Weimarer Republik erklärte, so tat er 1933 das selbe für die Nationalsozialisten. Wer einmal Auszüge seiner Briefe an die Emigranten gelesen hat, weiß, dass Gerhart Hauptmann in seiner Verdrängung und gewollter Blindheit unvorstellbare Grausamkeiten veräußert hat, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn Hauptmann gehörte zur Gruppe der deutschen Intellektuellen, die sich in diesem Regime täuschen wollten und weggesehen haben. Aber Hauptmann hat sich von ihnen auch vereinnahmen lassen, mit seinen (an die Zeit angepassten) Werken und in seinen Äußerungen. Wer mehr wissen möchte, der kann das in dem Buch von Peter Sprengel: "Der Dichter stand auf der hohen Küste. Gerhart Hauptmann im Dritten Reich." aus dem Propyläen Verlag Berlin nachlesen.
Weitere Links zum Thema:
"Fragen Sie Reich-Ranicki" aus der FAZ zu dem Thema Gerhart Hauptmann und die Nazis.
Oder auch die Rezension aus "Der Deutschunterricht" über Rüdiger Bernhardt "... geschehen ist der Götter Ratschluss. Gerhard Hauptmanns Delphi lag auf Hiddensee. Der Dichter in der Zeit von 1933-1945 aus dem Projekte Verlag Halle.

Freitag, 3. April 2009

Kein Ende mit dem Anfang

Eine meiner schlimmsten Macken als Schriftsteller sind die Anfänge. Ich muss warten, bis ich den richtigen Anfang habe, um eine Geschichte zu schreiben, so dass ich manchmal mehr Zeit für die erste halbe Seite brauche als andere für eine Erzählung. Weil der Anfang letztlich die Visitenkarte einer Geschichte gleich in vielfacher Hinsicht ist. Für mich verrät ein guter Anfang unendlich viel über eine Geschichte, gibt den Ton der Geschichte vor, die Art der Erzählung und führt die Hauptfigur ein, zumindest die wichtigste. Und irgendwie ist der Anfang letztlich das Versprechen an den Leser, was für eine Geschichte er lesen wird.
Das alles dürfte für die meisten Schriftsteller keine große Überraschung sein. Aber irgendwie ist für mich daraus eine mittelschwere Wahnvorstellung geworden, dass jeder meiner Anfänge auch noch außergewöhnlich und besonders prägnant sein muss, mit Schleifchen, aber bitte keine langen gerüschten in rosa.
Und so sitze ich seit drei Wochen an einem Romananfang und die Ergebnisse sind nicht einmal schlecht. Ich habe zwei, drei richtig gute Versuche verfasst, die aber eine Vorausdeutung auf eine andere Geschichte sind, als die, die ich eigentlich schreiben wollte. Die zwanzig weniger guten und knapp vierhundert angedachten Romananfänge sind nur erwähnenswert, um den Faktor meiner Zeitverschwendung zu verdeutlichen.
Nur ist immer noch nicht der richtige Anfang dabei...

Mittwoch, 1. April 2009

E-Books Din geprüft??

Das Deutsche Institut für Normung (kurz DIN) hat auf Anfrage mehrerer großer Publikumsverlage eine DIN-Norm für E-Books entwickelt, siehe die Homepage des Instituts. Im Sinne der Qualitätssicherung soll nun die Veröffentlichung als E-Book genormt werden, um die verschiedenen Absatzwege kompartibel zu gestalten und dem Leser einen dauerhaften Gebrauch von E-Books zu gewährleisten.
Das Ergebnis der Normung bietet neben der eigenen Lektüre eine Reihe von Zusatzfunktionen, die sich zum großen Teil an verschiedenen Readermodellen orientieren. Darüber hinaus werden aber zusätzliche Funktionen wie eine erweiterte Suchfunktion, ähnliche Romane, eine Biographie des Verfassers, ergänzende Illustrationen, Wahl unterschiedlicher Schriften und eine Kommentarfunktion des Autors zu bestimmten Textbereichen anbieten. Weitere Zusatzfunktionen sind aber in Planung.
Dabei scheinen die Publikumsverlage ein heimliches Auge auf einen Vertrieb über die Googlebuchsuche und andere Angebote geworfen zu haben. Wahrscheinlich wird man dann den kompletten Text als E-Book oder gebunden über Google/Amazon und ähnliche bestellen können, direkt neben der Buchsuche, um zumindest an der Verwertung beteiligt zu werden, statt auf die Entrechtung zu warten. Ich habe nur meine Zweifel, ob das so funktionieren wird, siehe die Glosse hier.