Mittwoch, 29. August 2007

Pure Unterhaltung

Da mein Roman gerade ruht, habe ich mich einfach an ein anderes Projekt gesetzt, dass "einfacher" ist. Ein Unterhaltungsroman, den ich nur für mich schreibe- unkompliziert, viel Spannung, viel Spaß... und wesentlich weniger Tiefgang.
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich diesen Roman wirklich schreiben kann. Aber ich werde es versuchen. Und habe bei den ersten Seiten schon unglaublich viel Spaß gehabt.... Und ja, es ist ein übersinnlicher Roman über eine Hexe in einer alternativen Gegenwart. Wahrscheinlich eine wahnsinnig blöde Idee so etwas zu schreiben. Aber unvorstellbar lustig.

Dienstag, 28. August 2007

Der Roman ruht

Der Roman ruht. Einige Wochen habe ich nun versucht ein Problem an meinem Roman zu lösen... und bin darüber selber in das Problem gefallen. Ich schreibe nicht an meinem Roman. Und ein Schriftsteller, der nicht schreibt... was ist das für ein Schriftsteller?
In meinem Fall ein ziemlich verzweifelter. Also habe ich beschlossen meinen Roman ruhen zu lassen, und mich der leichten Unterhaltung zu widmen. Um einfach zu schreiben. Weil ich das für mich brauche.

Montag, 13. August 2007

Finding Neverland

Ich befinde mich auf dem langsamen Aufstieg von Montsegur hoch in die Pyrenäen. Ich habe gerade meine Schuhe eingelaufen, mich an das wechselnde Wetter im Gebirge gewöhnt und so langsam die Gedanken klar bekommen.
Und dabei haben mir drei alte Begleiter geholfen, wie das manchmal ist. Keine Begleiter in dem Sinne, wie es mein Autorenpartner Stefan ist, sondern in einem spirituellen Sinne. (Und ja, ich bin ein durchaus spiritueller Mensch, auch wenn das heute eigentlich meistens negativ verstanden wird). Und wer sind diese Begleiter: Eigentlich möchte ich es nicht zugeben, weil sicherlich viele Menschen sich von diesen drei Personen begleiten lassen würden- bzw. von ihrer Vorstellung dieser Menschen.Es sind interessante Gedanken und Gespräche, und sie haben mir den Weg leichter gemacht, bis ich ohne einen Gedanken daran zu verwenden, meine Schritte den Berg hochgemacht habe. Und dann waren sie fort, die Spitze des Gebirges erreicht, und ich habe alle Gedanken fallen lassen. Kontemplation. Ich hatte es erwähnt.

Und habe noch rasch "Finding Neverland" gesehen, weil ich ehrlich gesagt öfter in die Biographien (auch die "aufgehübschten" ) anderer Künstler hineinlese oder sehe, weil das mir eine Leichtigkeit der Gedanken beschert. Und werde gleich schreiben... wieder schreiben....

Sonntag, 12. August 2007

Kontemplation- Der Urlaub ist vorbei

Die Krankheit beginnt heute langsam zu verschwinden... und meine Gedanken machen sich frei von ihr.

Kontemplation: Die Gedanken, die so flüchtig sind, sammeln sich, verdichten sich. Es ist nicht Konzentration, sondern zu erst eine Leere, in der die verlorenen Gedanken wieder erscheinen, dann eine solche innere Ruhe, die ihnen Raum gibt zu wachsen.
Mein Roman ist zu mir zurückgekehrt. Meine Gedanken sammeln sich um ihn.
Keine Ängste mehr, keine Besorgnis, auch wenn diese sicherlich in den nächsten Tagen wiederkehren werden. Weil sie immer wiederkehren. Aber für einen Moment befinde ich mich in der Kontemplation. Und werde morgen anfangen zu schreiben.

Was gibt es schöneres.....

Dienstag, 7. August 2007

Bildlichkeit

Ich habe in den letzten Tagen immer wieder über eines der Grundprobleme des Schreibens nachgedacht:
Welchen Anteil sollten der Schriftsteller und welchen Anteil der Leser an der Bildlichkeit einer Geschichte haben?

Wobei dieses Grundproblem eine weite Bandbreite an weiteren Problemen aufwirft:

1. Was regt die Phantasie der Leser an?
Alles offen zu lassen, lässt viel Raum für den Leser und die Geschichte. Den Leser, weil dieser Leser die "Leerstellen" ausfüllt, mit seinen eigenen Vorstellungen und Ideen. Für die Geschichte, weil der Autor sich auf sie konzentriert, und nicht durch ausführliche Schilderungen von ihr ablenkt.
Gleichzeitig hat diese Vorgehensweise den Nachtteil, dass die Geschichte vor allem anderen steht, der Charakterisierung, den Beschreibungen und vielem mehr. Dadurch wirken die Figuren und die Szenen weniger echt, weniger glaubwürdig. Dem wird besonders durch die Verwendung rhetorischer Figuren und bestimmten Klischees entgegengewirkt. Wobei die rhetorischen Figuren oft aus dem eigentlichen Geschehen hinausweisen, und die Klischees oft zu sehr vereinfachen und damit auch wieder der Geschichte Schaden können.

Die Alternative wäre nicht alles offenzulassen, und gleichzeitig nicht alles vorzuschreiben. Indem man z.B. versucht durch Details bei den Beschreibungen, dem Verzicht auf Floskeln durch Ausschreiben, und längeren Gefühlsbeschreibungen einerseits die Phantasie des Lesers anzuregen (denn der Leser hat es einfacher einen Hintergrund auszufüllen, wenn ein konkretes Bild nur erweitert werden muss), andererseits aber die Bildlichkeit der Geschichte selber in einem gewissen Rahmen vorzugeben.
Dieses Vorgehen kann einerseits die Geschichte weit tiefer in einer beschriebenen Welt verankern und der Geschichte, den Figuren eine weitere Dimension verleihen. Gleichzeitig kann dies auch dazu führen, dass der Leser das Gefühl hat der Geschichte folgen zu müssen, das das Lesen in "Arbeit" ausartet, bzw. das der Leser das Gefühl hat gelenkt zu werden. Und es besteht die Gefahr der Langeweile, weil oft Dinge ausgewälzt werden, die so nicht ausgewälzt werden müssten und bestimmte Dinge genannt werden, die längst klar sind.

Die historische Alternative ist alles recht breit vorzustellen und zu beschreiben, wie dies z.B. Adalbert Stifter getan hat. Wobei bei Stifter und im weiteren Verlauf gerade diese Beschreibungen den nicht reisenden Zeitgenossen entgegengestellt wird, die Beschreibungen immer auch der Erweiterung der eigenen Welt des Lesers dienen- was in diesem Umfang heute nicht mehr nötig ist.
Zudem mussten früher bestimmte Geschichten und Motive erst eingeführt werden, die heute durch eine reiche literarische Tradition nur noch kurz anzitiert werden müssen.
Letztlich gibt es diese Form Geschichten zu erzählen nicht mehr.

2. Welchen Wert hat Bildlichkeit?
Die Handlung eines Romans findet in einer fiktiven Welt statt, die immer eine gewisse Ähnlichkeit zu unsere realen Welt hat, und immer Unterschiede, und die zudem bestimmten ähnlichen oder anderen Gesetzmäßigkeiten folgt.
Bei einem Fantasyroman muss die Welt in Rahmen des Romans mit ihren Gesetzmäßigkeiten und ihrem Aufbau geschaffen werden, damit die Geschichte dort verortet werden kann. Denn nur wenn die Welt in ihren Weise glaubhaft erscheint und die Handlungen mit ihr verknüpft sind, gewinnt die Geschichte den besonderen Wert, dass sie den Raum für den Leser bietet, sie auszubauen und zu erweitern, um dort zu verweilen. Dabei muss bekanntes nur angedeutet werden, während Neues oder Ungewöhnliches seinen eigenen Raum verdient.
Letztlich ist es bei allen anderen Romanen genauso, auch wenn die Welt eines Gegenwartsromans uns bekannter erscheint. Aber auch dort muss der Autor die Geschichte verorten, und das Ungewöhnliche erwähnen und ihm Raum geben.
Genau über diese "Weltlichkeit" gewinnt der Roman Glaubwürdigkeit und der Leser wird eben über die Unterschiede zu seiner eigenen Welt in eine neue Welt hineingetragen (über den Roman) und könnte genau das schätzen.

3. Was trägt den Leser in den Roman?
Es ist das "besondere Interesse", das, was den Leser dazu bringt einen Roman lesen zu wollen, und zwar genau diesen Roman. Der eine Leser liest einen Roman, weil er sich für die Geschichte interessiert, der andere interessiert sich für den Handlungsort oder die Figuren, ein anderer mag die besondere Erzählweise oder hat schon einmal etwas von dem betreffenden Autoren gelesen. Es gibt aber auch interessante Titel oder Cover, ein Interesse am "Genre", eine Empfehlung und viele andere Gründe.
Das ist vor allem die Geschichte, die den Leser dann in den Roman "trägt". Aber die Geschichte auf die Handlung zu verkürzen, wäre nicht gerecht. Es sind die interessanten Figuren, die etwas erleben. Es ist das was sie erleben, wo sie das erleben und wie sich sich dabei verhalten.
Dabei bedingt die Wahl des Handwerkszeug und die Wahl der Themen in einem gewissen Rahmen die Lesergruppen, die den Roman lesen.
Nun erscheint es eine gute Idee zu sein, dass der Autor sich an diesen "Zielgruppen" orientiert. Aber jede dieser "Zielgruppen", und wie oben am "besonderen Interesse" gesehen, sind es immer viele, ist unterschiedlich, und sucht ihr eigenes spezielles Interesse. Somit würde man also einen Mischmasch planen, der letztlich ein Kompromiß unterschiedlicher Interessen ist.

Somit muss man also als Autor sich selber für sein Buch interessieren und sich selber entscheiden, wie man vorgeht. Das bedeutet nicht, dass man den Leser vernachlässigen sollte.
Denn jeder Autor ist auch ein Leser- und es ist einfacher, für sich als Leser zu schreiben, weil man weiß, was man mag, was einem selber gelungen erscheint. Zudem ist das wesentlich leichter.... denn so zu schreiben, wie es einem selber gefällt ist ist leicht. So zu schreiben, wie andere es wollen, schwerer.

---- wird fortgesetzt ----

Freitag, 3. August 2007

Eigentlich sollte es ein Alphasmart werden...

Eigentlich wollte ich mir diesen Monat einen Alphasmart bestellen, um mit dieser wunderbaren (nur leider sehr teuren) elektronischen Schreibmaschine überall an meinen Geschichten arbeiten zu können.Aber es ist ein Apple geworden. Weil ich einfach für die Uni ein paar Funktionen brauchte, die ein Alphasmart leider nicht hat. Und ich gräme mich schon ein wenig.
Wobei ich nichts auf den Apple kommen lasse... aber er ist halt kein Alphasmart.

Mittwoch, 1. August 2007

In Urlaub

Nachdem ich zwei Tage in der Pfalz bei einer Hochzeit war, habe ich mir für diese Woche eine Auszeit genommen... zumindest von der Arbeit für die Uni.Weil ich einfach ziemlich ausgebrannt war, von den beiden Hausarbeiten, die so unendlich viel Zeit, Arbeit und Nerven gekostet haben.

Und weil das so ist, habe ich auch seit gut einer Woche nicht mehr an meinem Roman geschrieben, und in der Woche davor auch nur unregelmäßig. Und statt dessen ein wenig gelesen....Aber morgen ist der Tag. Ich werde mir mein Manuskript ausdrucken, und in Ruhe die fertigen Seiten durchlesen, bevor ich ohne Hast an die Arbeit gehe. Denn ich habe wieder Ideen. Leider habe ich gerade einige Romane über das antike Rom gelesen, und eine wundervolle Idee für einen Fantasyroman. Nicht das ich Fantasy schreiben würde. Aber die Idee hat etwas. Und bevor ich weiter an dieser Idee arbeite, wage ich mich lieber an meinen Roman, und überlege mir da etwas.

Warum lege ich Bücher weg, die mit Standartsätzen beginnen...

Die ersten Sätze sollen den Leser in den "Bann der Geschichte" ziehen, sie sind der sich öffnende Vorhang zu der Geschichte, die Einladung an den Leser, sie sind die Visitenkarte des Autors. Wenn man all das bedenkt, dann gibt es einen guten Grund sich intensiv um die ersten Sätze zu kümmern.
"Um sein Schreiben zu verbessern, muss man sein Denken verbessern" hat PeterD gesagt. Im Bezug auf Standardsätze bedeutet das für mich, dass der Autor sich auf das Naheliegende verlässt, was sicherlich seine Berechtigung hat. Aber der Autor hat nicht wirklich über die Situation nachgedacht, weil er dann seine eigenen Worte dafür gefunden hätte. Er hat es nicht persönlich gemacht, in dem Sinne, dass er sein eigenes Bild verwendet hat, seine eigenen Worte. Sondern er hat das Naheliegende verwendet.
Und dabei geht es nicht um einzelne Wörter (Partikel, Adjektive...), sondern um die Verwendung von bestimmten Haupt- und Nebensätzen, die immer wieder und überall in verschiedenen Zusammenhängen auftauchen. Und die da eine Sache kurz zusammenfassen.
"Er zuckte zusammen." "Er sah sie mit einem gewinnenden Lächeln an". "Sie sah einfach bezaubernd aus."...
Wenn ein Autor auf den ersten Seiten viele dieser Standardsätze verwendet, und damit meine ich deutlich mehr als einen, dann werde ich vermutlich im gesamten Text immer wieder das Naheliegende zurückgreift.
Weil er nur wenig über seine Möglichkeiten nachgedacht hat, sie versucht hat mit Worten zu erfassen, auszudrücken. Sondern sich auf das verlässt, die Wege, die Tausende vor ihm beschritten haben.
Wenn ich also einen Anfang lese, an dem es immer wieder Standardsätze gibt, dann weiß ich schon sehr viel über den Autor.
Ich habe eine Ahnung, was er mir erzählen wird... das Naheliegende, das, was ich schon oft gelesen habe. Und das ist sicher nicht schlecht. Aber es ist im Prinzip nur eine Variation dessen, was ich schon gelesen habe, der Schatten eines Originals. Deshalb lege ich Bücher weg, wo der Autor sich zu sehr auf das Naheliegende verlässt. Weil mich gerade das besondere interessiert, das, was nicht immer Nahe liegt, das Einzigartige, Persönliche, Besondere... Also, das was der Autor mir zu erzählen hat, und was nur er mir erzählen kann.

Ich finde, dass ist ein guter Grund ein Buch nicht zu lesen.

Sich in die eigene Geschichte neu verlieben

Mir geht es gerade mit meinen Roman wie vor dem ersten Treffen. Ich bin nervös, weil ich seit einigen Tagen nicht mehr an meinem Roman gearbeitet habe... und nun nicht mehr ein Gefühl für den Text habe. O.k. ich habe noch Gefühl für den Text, aber vieles ist nicht mehr konkret, sondern wage geworden, unsicher, unklar.
Ich bin mir nicht mehr sicher, was gut ist, an meinem Text, und was schlecht ist. Und habe Angst davor es herauszufinden. Sorge, ob alles so herausgekommen ist, wie ich das zwischenzeitlich geplant habe. Ich habe kurz gesagt: Angst.
Und muss gleich meinen Text in die Hand nehmen, und meinen Text lesen. Und schauen, wie er geworden ist. Und versuchen wieder hineinzukommen, indem ich mich neu in meine Geschichte verliebe. Um dann meine Kreativität wieder in den Rahmen dieses Textes zu bekommen. Und wieder zu schreiben.

Aber vielleicht werde ich auch morgen anfangen, ich weiß es nicht.