Dienstag, 1. August 2006

Überarbeitungen sind wie... Juli 2006

Überarbeitungen sind wie Fußpilz.
Vielleicht liegt es daran, dass ich langsam bin. Oder das ich als Autor viel zu sehr in meinen eigenen Text verliebt bin, um so radikal vorzugehen, wie es manchmal nötig ist. Weil es natürlich wehtut seinen eigenen Text derartig zu überarbeiten. Denn es hat nicht nur Arbeit gekostet 100 Seiten zu schreiben. Ich habe sie aus gutem Grund geschrieben, ich habe sie mit all meiner Kraft geschrieben, meiner Vorstellungskraft. Und ich bin verdammt stolz sie geschrieben zu haben.
Aber das alles hilft mir leider nicht. Vielleicht hätte ich nicht so naiv an meinen Roman herangehen sollen. Vielleicht hätte ich zuerst einen anderen Roman schreiben sollen, einen einfachen Roman.
Nun habe ich aber diesen Roman geschrieben, und ich kann nicht mehr zurück. Und will auch nicht mehr zurück. Denn dieser Roman berührt etwas in mir, was mich dazu bringt immer weiter zu gehen, auch wenn ich manchmal auf dem steinigen Weg einen Platz der Ruhe suche, und meine vom Weg geschwundenen Füsse in kaltem Wasche ruhen lassen muss.
Ich kann nicht beschreiben, wie es ist zu schreiben. Eine Aussage, die ich als Lektor jedem Autor anstreichen würde. Denn ich kann es schon irgendwie. Aber halt nur irgendwie.
Und so sitze ich nun vor den neuen Seiten, der Roman ist wieder etwas besser geworden, und betrachtet die knapp 100 Manuskriptseiten, die ich mir in langen Kämpfen erworben habe. Vielleicht ist der Wille eines Autoren so entscheidend, weil die Widerstände so groß sind. Vielleicht ist es so, dass nur das Scheitern den Weg freimacht, um besser zu werden. Denn eines wird nun wieder klar: Im Scheitern kenne ich mich aus.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich langsam bin. Aber das ich Überarbeitungen über alles hasse, das hatte ich bisher verschwiegen. Weil man mit einem Messer vor dem steht, was man liebt. Irgendwie