Donnerstag, 1. Juni 2006

Verwerfungen... Mai 2006

Viele Autorenkollegen brauchen vielleicht drei bis sechs Monate um einen Roman zu schreiben. Ich arbeite inzwischen ein Jahr an meinem Roman, und habe die erste Fassung komplett verworfen und habe seit drei Monaten kaum ein Wort geschrieben.
Vielleicht bin ich nicht flexibel genug im Denken, vielleicht brauche ich auch einfach mehr Zeit, weil ich ein Perfektionist bin, und die Lösungen von Problemen richtig durchdenken muss. Und in diesem Fall muss ich so einiges durchdenken. Also habe ich im Januar eine traurige Liebesgeschichte geschrieben, und jetzt im April die Geschichte einer Überlebenden eines Amoklaufes. Weil ich einfach schreiben musste, und es an meinem Roman nicht konnte. Dort habe ich nur überarbeitet, umgearbeitet, geplant.
Und nun, nach einigen halbherzigen Versuchen die Probleme meines Manuskriptes in den Griff zu bekommen, habe ich für mich herausgefunden, dass das nicht funktionieren wird. Eine ziemlich bittere Erkenntnis, ehrlich gesagt. Denn ich habe Monate an diesem Text geschrieben, und nun muss ich einen Großteil radikal überarbeiten.
Der Anfang wird stehenbleiben, aber dann wir ein Großteil der Seiten einfach verschwinden. Nicht nur wegen der Kritik, aber eben auch wegen der Kritik. Weil ich die Handlungsstränge nicht ordentlich verbunden und verknüpft habe, weil ich von meiner ursprünglichen Idee abgewichen bin- und das nicht funktioniert.
Ich werde insgesamt 100 Seiten von den 140 Seiten erst einmal streichen müssen, um mich von ihnen zu befreien. Und werde danach einige dieser Seiten wiederverwenden können, vielleicht noch einmal 10 Seiten, vielleicht auch 15. Sobald ich das für mich festgestellt habe, war die Erleichterung enorm. Weil die Entscheidung getroffen ist, und ich wieder an die Arbeit kann. Irgendwie bin ich ein bisschen sehr viel bekloppt.