Donnerstag, 2. Februar 2006

Antwort der Testleser... Januar 2006

Nun sind die Rückmeldungen da, und ich wollte sie zuerst gar nicht lesen. Weil ich zuviel Angst vor ihnen hatte, bevor ich dann zu neugierig wurde, um sie nicht zu lesen.
Zudem konnten die Rückmeldungen nur negativ sein, nachdem ich beim Lesen meines eigenen Textes immer rabiater in meiner Kritik mit mir selber geworden bin. Wie ich es immer werde. Die Zuversicht schwindet angesichts der Situation, dass jemand anderes mich bewertet, bis ich mit maximalen Misstrauen an meine Texte herangehe, damit die Testleser nicht schlimmer mit dem Text umgehen können, als ich. Irgendwie idiotisch.
Die erste Rückmeldung war sehr positiv, eine längere Passage ist ein wenig durchgefallen, aber bei dieser Passage hatte ich es erwartet. Dafür wurden Anfang und Ende eher stark bewertet. Und ja, natürlich gab es auch ordentlich Detailanmerkungen, und die vielen Rückblenden kamen auch nicht so gut an. Aber Figuren und Grundkonzeption scheinen für diesen Testleser zu stimmen.
Die zweite Rückmeldung war nicht ganz so positiv. Sicherlich wurde da auch die Stärken des Anfangs herausgestellt, aber die Liste mit den Mängeln war ungleich länger.
Der Versuch mehr Handlung und mehr Verbindungen in den Text hinein zunehmen hat anscheinend dazu geführt, dass ich viel zu viele Fragen aufwerfe, die ich aber nur anreiße, und die Handlungen nicht stringend sind. So wird kein Problem ausgiebig behandelt, geschweige denn gelöst. Der Text ist eigentlich zu lang, eine Kürzung um 30% wird mir angeraten. Meine Hauptfigur überzeugt nicht als Frau. Und darüber hinaus gehe ich nicht sonderlich gut mit den Rückblenden um.
Also eine der wohlwollendsten Vernichtungen, die ich bisher als Kritik bekommen habe. Natürlich könnte ich diese Kritik einfach abweisen, aber ich habe mich dann als Leser noch einmal mit der Kritik in den Text begeben. Und festgestellt, das der Testleser sicherlich nicht falsch liegt. Mist.

Mittwoch, 1. Februar 2006

Bei den Testlesern... Januar 2006

Eine Schreibblockade ist eine Schreibblockade ist eine Schreibblockade. Und mich verunsichert es enorm, wenn meine Texte bei den Textlesern liegen, und ich keine Rückmeldung bekomme. Es verunsichert mich sogar so, dass ich nicht mehr schreiben kann. Und die gesamte Zeit darüber nachdenke, was an diesem Text schief gegangen sein könnte.
Und hey, bei knapp 140 Manuskriptseiten ist nun mal auch viel Raum für Fehler, schlechte Szenen, mißlungene Handlungsfäden. Und ich bin mal ganz ehrlich: Ich weiß, dass mein Manuskript sicherlich in vielen Teilen gelungen ist, aber einige Dinge sind immer zu verbessern. Und irgendwo in mir habe ich ein Talent deutlich zu stark abbekommen. Selbstzweifel.
Und so lasse ich mich schnell und enorm verunsichern, obwohl ich eigentlich genug Anerkennung für meine Texte bekomme. Weil diese Zweifel in mir eigentlich schon immer da waren. Sie so sehr Teil von mir geworden sind, dass ich mich manchmal als Autor von ihnen handlungsunfähig machen lasse. Indem ich mich z.B. nicht genug um Veröffentlichungen bemühe und mit meinem Manuskript vermutlich so lange warten werde, bis es komplett fertig ist, bevor ich es wirklich aus der Hand geben werde.
Denn das ist mir auf der Buchmesse deutlich geworden. Eigentlich wollte ich es nicht aus der Hand geben, und alleine es dabei zu haben, hat mich nervös gemacht. Weil es einfach noch nicht fertig genug ist, nicht so lange verbessert, bis die Wahrscheinlichkeit auf ein "Ja" so hoch, dass meine Angst abnimmt.