Sonntag, 31. Dezember 2006

Und es geht weiter... Dezember 2006

Manchmal kommt eine Inspiration wie ein Schock. Vielleicht eine ungünstige Wortwahl nach der Geschichte letzten Monat. Aber es ist trotzdem richtig.
Und genauso ist es jetzt. Ich habe heute das Konzept für den zweiten Teil des Romans entwickelt, und im Prinzip auch eine Idee für den dritten Teil. Endlich scheint der Aufbau des Roman genau meinen Vorstellungen zu entsprechen, sich alles so zu entwickeln, wie ich mir das im April 2005 vorgestellt habe- in der Kürze von drei Zeilen Idee.
Und ich habe ein gutes Gefühl für den Rest der Geschichte. Weil ich nun im zweiten Teil die ersten Kapitel habe, die so vielversprechend sind, dass es mir wirklich Angst macht.
Mit so viel Enthusiasmus und so viel Naivität habe ich vor einigen Monaten, o.k. über einem Jahr mit meinem Roman angefangen, und ich habe jetzt einige harte Zeiten hinter mir. Viel Scheitern, viel Entwicklung, und die eine oder andere Schreibdepression.
Aber ich habe das Gefühl mit jedem Scheitern gewachsen zu sein, vielleicht nicht immer sofort in die richtige Richtung. Aber vielleicht doch nicht so falsch, wie ich das manchmal befürchtet habe.

Und um etwas Werbung zu machen:
Von meinem Autorenparter Stefan Fischer ist gerade im Leratoverlag der Roman "Das Mondgeheimnis" erschienen. Über den Link rechts gibt es weitere Informationen und eine Leseprobe.

Freitag, 1. Dezember 2006

Der neue Roman ist eine Kurzgeschichte... November 2006

Viele Menschen glauben, dass die meisten Geschichten starke autobiographische Züge tragen. Und sie haben Recht. Wenn auch ganz anders, als sie meinen. Es geht nicht darum Dinge selber erlebt zu haben, sondern Dinge nachvollziehen zu können. Das eigenen Leben ist nur die Baustelle, mit der man andere Leben empathisch nachvollziehen kann.
Ich habe vor einigen Tagen das Gefühl gehabt meinen Verstand zu verlieren. Eine Antibioticaallergie hat meinen Körper in eine Schlachtfeld von unglaublich juckenden Pusteln verwandet- und das Kortison und die anderen Medikamente haben nicht wirklich geholfen. Vor allem, weil ich erst auf eine Allergie kam, als es fast schon zu spät war. Ein Notfallmediziner hat mich dann mit einer Maxidosis Kortison abgeschossen.
Und zwei Tage später hat sich die Idee des neuen Romans ausgestaltet, vielleicht durch das Gefühl, dass die Allergie gerade meine Lungen erreicht hat. Und es dann wirklich eng geworden wäre. Und einige Stunden später hatte ich ein erstes Kapitel, was ich gerade noch als Kurzgeschichte verkaufen kann, um bis zum Ende meines momentanen Manuskripts die Geschichte zurückzudrängen.

Ein neuer Roman kündigt sich an... November 2006

Gerade wo die Arbeit am Roman läuft, wenn auch etwas schleppend, und ein wenig die Zuversicht steigt, dass ich vielleicht doch irgendwann mit diesem Roman fertig werde....
Da kündigt sich der nächste Roman an.
Vielleicht habe ich in letzter Zeit zuviel an dieses Thema gedacht, habe zu viele Romane über dieses Thema gelesen. Aber nun ist die Idee da, noch ziemlich unausgegoren, unreif und unfertig. Aber sie ist da, und ich kann sie nicht abschütteln.
Also muss ich sie erst einmal rausschreiben. Einfach runter. Damit ich sie aus dem Kopf habe. Am besten schreibe ich sie als Kurzgeschichte... vielleicht habe ich dann Ruhe.

Sonntag, 1. Oktober 2006

Der Roman wächst... September 2006

Es gibt Autoren, die schreiben wunderbare Kurzgeschichten, aber keine guten Romane. Und andere Autoren schreiben wunderbare Romane, können aber keine Kurzgeschichten schreiben. Und nur wenige Autoren können beides.
Und ich habe im Moment das Gefühl, ich kann beides eigentlich nicht. Mist. Aber das ist wieder so eine Phase. Ich habe endlich den Anschluss an meinen Roman gefunden, und der Roman wächst. Und er wächst auf eine Weise, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Mit qualitativ hochwertigen Szenen, alles passt zusammen, alles ergänzt sich, und ich werde Ende des Monats den ersten Teil des Romans abgeschlossen haben. Gut, es fehlen noch zwei, oder drei Teile.
Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass es mit mir und dem Roman nichts wird. Vielleicht ist es die Zeit: Ich habe gerade mal 90 Manuskriptseiten, habe aber das mehrfache an Text geschrieben, geschätzt ca. 350 Seiten. Und ich schreibe jedes Mal wieder etwas neuen Text, führe aus, ergänze, um dann doch wieder große Teile des Textes kürzen zu müssen.
Vielleicht sollte ich ja wirklich wieder zu Kurzgeschichten zurückkehren.

Dienstag, 1. August 2006

Überarbeitungen sind wie... Juli 2006

Überarbeitungen sind wie Fußpilz.
Vielleicht liegt es daran, dass ich langsam bin. Oder das ich als Autor viel zu sehr in meinen eigenen Text verliebt bin, um so radikal vorzugehen, wie es manchmal nötig ist. Weil es natürlich wehtut seinen eigenen Text derartig zu überarbeiten. Denn es hat nicht nur Arbeit gekostet 100 Seiten zu schreiben. Ich habe sie aus gutem Grund geschrieben, ich habe sie mit all meiner Kraft geschrieben, meiner Vorstellungskraft. Und ich bin verdammt stolz sie geschrieben zu haben.
Aber das alles hilft mir leider nicht. Vielleicht hätte ich nicht so naiv an meinen Roman herangehen sollen. Vielleicht hätte ich zuerst einen anderen Roman schreiben sollen, einen einfachen Roman.
Nun habe ich aber diesen Roman geschrieben, und ich kann nicht mehr zurück. Und will auch nicht mehr zurück. Denn dieser Roman berührt etwas in mir, was mich dazu bringt immer weiter zu gehen, auch wenn ich manchmal auf dem steinigen Weg einen Platz der Ruhe suche, und meine vom Weg geschwundenen Füsse in kaltem Wasche ruhen lassen muss.
Ich kann nicht beschreiben, wie es ist zu schreiben. Eine Aussage, die ich als Lektor jedem Autor anstreichen würde. Denn ich kann es schon irgendwie. Aber halt nur irgendwie.
Und so sitze ich nun vor den neuen Seiten, der Roman ist wieder etwas besser geworden, und betrachtet die knapp 100 Manuskriptseiten, die ich mir in langen Kämpfen erworben habe. Vielleicht ist der Wille eines Autoren so entscheidend, weil die Widerstände so groß sind. Vielleicht ist es so, dass nur das Scheitern den Weg freimacht, um besser zu werden. Denn eines wird nun wieder klar: Im Scheitern kenne ich mich aus.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich langsam bin. Aber das ich Überarbeitungen über alles hasse, das hatte ich bisher verschwiegen. Weil man mit einem Messer vor dem steht, was man liebt. Irgendwie

Samstag, 1. Juli 2006

Flucht in Kurzgeschichten... Juni 2006

Kurzgeschichten sind wie Schokolade. Manchmal muss ich einfach ein wenig naschen.... Aber ich esse dann die gesamte Schokolade.
Mitte letzten Monate habe ich eine Kurzgeschichte gefunden, oder sie hat mich gefunden. Thema Amoklauf. Aber weil ich bin, wer ich bin, interessiert mich nicht so sehr der Amoklauf selber, sondern eher die Folgen für eine Familie. Und so habe ich angefangen, und von den geplanten fünf Seiten bin ich rasch auf fast fünfundzwanzig Seiten gekommen. Dafür ist diese Geschichte genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Ich habe nur den Spannungsaufbau ändern müssen... Wieder einmal. Und den Amoklauf aus Logikgründen vor die Geschichte stellen müssen.
Und ich habe für den "Open Mike" in Berlin eine Geschichte geschrieben, wieder mal Nazizeit. Die Geschichte eines jungen Mädchens, das in Sippenhaft genommen wird. Schöne Geschichte:
"Nur aus Respekt für seine Frau duldete mein Ziehvater Jesus Christus zwei Handbreit unter dem Bild des Führers."
Was für ein erster Satz. Und klar, beide Geschichten sind aus mir herausgeflossen, hintereinander, Seitenzahl egal. Und irgendwann waren sie fertig, ich fertig, und mein Magen mit Kurzgeschichten vollgeschlagen.

Donnerstag, 1. Juni 2006

Verwerfungen... Mai 2006

Viele Autorenkollegen brauchen vielleicht drei bis sechs Monate um einen Roman zu schreiben. Ich arbeite inzwischen ein Jahr an meinem Roman, und habe die erste Fassung komplett verworfen und habe seit drei Monaten kaum ein Wort geschrieben.
Vielleicht bin ich nicht flexibel genug im Denken, vielleicht brauche ich auch einfach mehr Zeit, weil ich ein Perfektionist bin, und die Lösungen von Problemen richtig durchdenken muss. Und in diesem Fall muss ich so einiges durchdenken. Also habe ich im Januar eine traurige Liebesgeschichte geschrieben, und jetzt im April die Geschichte einer Überlebenden eines Amoklaufes. Weil ich einfach schreiben musste, und es an meinem Roman nicht konnte. Dort habe ich nur überarbeitet, umgearbeitet, geplant.
Und nun, nach einigen halbherzigen Versuchen die Probleme meines Manuskriptes in den Griff zu bekommen, habe ich für mich herausgefunden, dass das nicht funktionieren wird. Eine ziemlich bittere Erkenntnis, ehrlich gesagt. Denn ich habe Monate an diesem Text geschrieben, und nun muss ich einen Großteil radikal überarbeiten.
Der Anfang wird stehenbleiben, aber dann wir ein Großteil der Seiten einfach verschwinden. Nicht nur wegen der Kritik, aber eben auch wegen der Kritik. Weil ich die Handlungsstränge nicht ordentlich verbunden und verknüpft habe, weil ich von meiner ursprünglichen Idee abgewichen bin- und das nicht funktioniert.
Ich werde insgesamt 100 Seiten von den 140 Seiten erst einmal streichen müssen, um mich von ihnen zu befreien. Und werde danach einige dieser Seiten wiederverwenden können, vielleicht noch einmal 10 Seiten, vielleicht auch 15. Sobald ich das für mich festgestellt habe, war die Erleichterung enorm. Weil die Entscheidung getroffen ist, und ich wieder an die Arbeit kann. Irgendwie bin ich ein bisschen sehr viel bekloppt.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Antwort der Testleser... Januar 2006

Nun sind die Rückmeldungen da, und ich wollte sie zuerst gar nicht lesen. Weil ich zuviel Angst vor ihnen hatte, bevor ich dann zu neugierig wurde, um sie nicht zu lesen.
Zudem konnten die Rückmeldungen nur negativ sein, nachdem ich beim Lesen meines eigenen Textes immer rabiater in meiner Kritik mit mir selber geworden bin. Wie ich es immer werde. Die Zuversicht schwindet angesichts der Situation, dass jemand anderes mich bewertet, bis ich mit maximalen Misstrauen an meine Texte herangehe, damit die Testleser nicht schlimmer mit dem Text umgehen können, als ich. Irgendwie idiotisch.
Die erste Rückmeldung war sehr positiv, eine längere Passage ist ein wenig durchgefallen, aber bei dieser Passage hatte ich es erwartet. Dafür wurden Anfang und Ende eher stark bewertet. Und ja, natürlich gab es auch ordentlich Detailanmerkungen, und die vielen Rückblenden kamen auch nicht so gut an. Aber Figuren und Grundkonzeption scheinen für diesen Testleser zu stimmen.
Die zweite Rückmeldung war nicht ganz so positiv. Sicherlich wurde da auch die Stärken des Anfangs herausgestellt, aber die Liste mit den Mängeln war ungleich länger.
Der Versuch mehr Handlung und mehr Verbindungen in den Text hinein zunehmen hat anscheinend dazu geführt, dass ich viel zu viele Fragen aufwerfe, die ich aber nur anreiße, und die Handlungen nicht stringend sind. So wird kein Problem ausgiebig behandelt, geschweige denn gelöst. Der Text ist eigentlich zu lang, eine Kürzung um 30% wird mir angeraten. Meine Hauptfigur überzeugt nicht als Frau. Und darüber hinaus gehe ich nicht sonderlich gut mit den Rückblenden um.
Also eine der wohlwollendsten Vernichtungen, die ich bisher als Kritik bekommen habe. Natürlich könnte ich diese Kritik einfach abweisen, aber ich habe mich dann als Leser noch einmal mit der Kritik in den Text begeben. Und festgestellt, das der Testleser sicherlich nicht falsch liegt. Mist.

Mittwoch, 1. Februar 2006

Bei den Testlesern... Januar 2006

Eine Schreibblockade ist eine Schreibblockade ist eine Schreibblockade. Und mich verunsichert es enorm, wenn meine Texte bei den Textlesern liegen, und ich keine Rückmeldung bekomme. Es verunsichert mich sogar so, dass ich nicht mehr schreiben kann. Und die gesamte Zeit darüber nachdenke, was an diesem Text schief gegangen sein könnte.
Und hey, bei knapp 140 Manuskriptseiten ist nun mal auch viel Raum für Fehler, schlechte Szenen, mißlungene Handlungsfäden. Und ich bin mal ganz ehrlich: Ich weiß, dass mein Manuskript sicherlich in vielen Teilen gelungen ist, aber einige Dinge sind immer zu verbessern. Und irgendwo in mir habe ich ein Talent deutlich zu stark abbekommen. Selbstzweifel.
Und so lasse ich mich schnell und enorm verunsichern, obwohl ich eigentlich genug Anerkennung für meine Texte bekomme. Weil diese Zweifel in mir eigentlich schon immer da waren. Sie so sehr Teil von mir geworden sind, dass ich mich manchmal als Autor von ihnen handlungsunfähig machen lasse. Indem ich mich z.B. nicht genug um Veröffentlichungen bemühe und mit meinem Manuskript vermutlich so lange warten werde, bis es komplett fertig ist, bevor ich es wirklich aus der Hand geben werde.
Denn das ist mir auf der Buchmesse deutlich geworden. Eigentlich wollte ich es nicht aus der Hand geben, und alleine es dabei zu haben, hat mich nervös gemacht. Weil es einfach noch nicht fertig genug ist, nicht so lange verbessert, bis die Wahrscheinlichkeit auf ein "Ja" so hoch, dass meine Angst abnimmt.